Als eines Tages hintereinander der trottelige Verospi und der biedere massive bayrische Rat Leuker beim Abt Anton vorgesprochen hatten —, der kleine Trautmannsdorf saß stumm, als ginge es ihn nichts an, auf breitem teppichgetragenen Sessel neben ihm in der dunklen Bibliothek, blies sich über den Handrücken —, seufzte Anton tief auf. Trautmannsdorf nahm von nichts Notiz. Der Abt hob sein Käppchen ab, wischte sich die Tonsur, bat: „Herr Trautmannsdorf.“
Der sah auf.
„Denkt Euch, es ist noch ein Schreiben von der spanischen Majestät eingelaufen.“
„Ja, Ehrwürden.“
„Mein Freund, der Kapuziner Hyacinth von Casale, dieser gelehrte, sehr gelehrte würdige Mann, hat mir auf fünf Folioseiten seinen Standpunkt in dieser Sache entwickelt.“
„Ich verstehe, Ehrwürden.“
„Ich glaub nicht, Herr Trautmannsdorf. Dann hat erneut ein gewisser Pfalzgraf von Neuburg — Ihr erinnert Euch der Skandalaffaire — seinen Kammerdiener mit Gründen, schriftlich niedergelegten, mündlich zu diskutierenden Gründen in mein Haus geschickt. Wie es dann noch mit Herrn Ognate, diesem trefflichen Mann des spanischen Königs, in dieser Sache enden wird, läßt sich nicht absehen; ich habe Vorkehrungen getroffen, daß er mich nicht allein spricht und daß mich rechtzeitig zwei oder drei Musketiere schützen können gegen ihn.“
„Ich verstehe, Ehrwürden. Ist nicht bequem, die pfälzische Angelegenheit zu bearbeiten.“
Abt Anton seufzte: „Wißt, Herr, ich gebe nach. Gewiß. Ich gebe nach. Einmal muß es geschehen. Wozu das Sträuben!“
Da lachte Trautmannsdorf heftig: „Tut es, Ehrwürden. Es fiel mir schon vorhin ein. Der Kammerdiener des Pfalzgrafen von Neuburg soll nicht unverrichteter Dinge heimkehren; sagt zu.“