„Von ihm ist nicht die Rede. Er hat Gründe, ich kann sie Euch im Moment nicht entwickeln; es sind jedenfalls so viele, daß sie ein besonderes Fach in meinem Schranke füllen.“

„Nun?“ lachte spitzbübisch der kleine Herr, als er sah, daß der Abt behaglicher wurde.

„Wahrhaft, ein volles großes Fach; Ihr könnt es besehen, bevor Ihr geht; ich zeig es jedem unserer Freunde, die mich besuchen und in diesen Angelegenheiten befaßt sind. Staunen alle; sind alle erschlagen von der Fülle dieser Argumente.“

„So gebt ihm Recht und Ihr habt Ruhe. Laßt das Gericht beschließen.“

„Was seid Ihr für ein loser Vogel, mein Trautmannsdorf.“

„So habt Ihr die Sache vom Hals.“

„Wo bleiben wir, wenn wir jedem wie ein Salomo Recht geben wollten. Sie disputierten mir den Stuhl unter den Beinen weg, auf dem ich sitze; von Gründen würde mir die Kappe weggeblasen werden. Recht, Recht ist nur eine Begleiterscheinung.“

Trautmannsdorf rieb sich vergnügt die Hände: „Wenn es so ist, so würde ich in der Lage von Ehrwürden gar nicht, aber gar nicht nach Gründen fragen und mein Gehirn strapazieren lassen, meine Schränke vollstopfen lassen. Tut, was Euch beliebt, bleibt auf Eurem Stuhl, nehmt für die Kur den Bayern, den Pfalzgrafen —, nehmt meinetwegen mich.“

„Nicht doch“, quietschte Anton, „ich würde Euch gewiß gern nehmen, Ihr verdientet den Kurhut, Trautmannsdorf, Euch würde ich ihn am liebsten geben. Aber seht, es muß alles ein gewisses Ansehen haben, daher kann ich von Gründen nicht ablassen, so gern ich es wollte. Das Wichtigste bleibt immerhin: das Recht muß erkämpft werden. Wird es das nicht —“

„So ist es kein Recht.“