Die Bauern warfen ihre Pflüge hin, schickten die Weiber zum Vieh, saßen, sich die Mäuler schleckend, finster vor ihren Häusern und Ställen. In manchen Landschaften drängten sie zusammen, trollten über die Fluren, fanden ein Behagen darin, sich wechselseitig zu sehen und zu befühlen. Ziellos liefen sie in die Wälder ab, rotteten sich um die Herrschaftshäuser, zerstoben wieder auf die Felder. Sie standen haufenweise in einer stummen Gebanntheit, ratlos, mißtrauisch, mit stockenden Säften vor den kleinen Holzstandbildern an den Wegen, den Kruzifixen. Hier jagte sie keiner fort. Grimmig beschnüffelten sie das Holz. Verächtlich schrie einer: „Wir haben keinen Grund, hier stehenzubleiben. Wir ziehen unserer Wege.“

„Wir bleiben schon hier.“

Sie sahen sich prüfend an, schoben sich zusammen, fühlten wieder die Kraft der Nachbarmuskeln, schoben sich dichter. Enger kreisten sie das Kruzifix ein. Die hinten standen, fühlten sich ferngehalten, drängten heftiger, von ihnen lief der Ruf nach vorn: „Das hat nicht auf unserm Acker zu stehen.“ Und dazu tönte grelles Lachen.

„Christus, Christus!“ dumpften die vordern, schon fast die Säule berührend.

„Die Pfaffen haben ihn hingestellt.“

„Sie wissen, warum sie’s tun.“

„Zieht die Mützen ab! Daß ihr wißt und nicht vergeßt, was man vor dem zu tun hat. Der Herr Pfaff hat ihn hingestellt.“

„Das hat nicht auf unserm Feld zu stehen.“

In ihnen allen krampfte der Drang, etwas zu tun; von Muskel sprang es auf Muskel.