„Wer? Wer?“ äffte der andere widerspenstig und grimmig nach; stülpte sich nach kurzem Anstieren des Priesters den Hut auf, sprang mit zwei Sätzen auf das Bild des Franziskus, riß es am Rahmen herunter, raste, den starr stehenden Priester mit dem Bild wider die Brust stoßend, durch die aufgerissene Tür davon; die Kerze schlug er im Vorüberfahren mit dem Holz herunter, so daß er Finsternis hinterließ.
Nach einer Woche wurde dem Pater beim Betreten des Hauses vom Bruder Pförtner gemeldet, daß ein junger Mann ihn vor seiner Zelle erwarte. Der Pater konnte den zum Schutz begleitenden Pförtner gleich zurückschicken; den jungen Menschen, der da stand, erkannte er sofort. Erst als sie in die Zelle traten, bemerkte er, daß der gebräunte feingesichtige Mensch ein Bild am Boden herzog. Der Pater blickte ihn starr an: „Du warst das?“ „Ich habe ihn nicht geschickt, Pater; er lief immer mit mir, er ist ein hilfloses Geschöpf. Das Bild hab’ ich ihm mit List abringen müssen. Hier habt Ihr’s wieder.“
„Ich danke dir. Hast du ein Anliegen? Stell’ es nur an die Wand.“
„Ich muß nicht sterben wie mein ängstlicher Freund, aber Ihr seht: ich bin hier.“
„Ich will Euch nicht um ein Amulett bitten; kann ich Euch sprechen?“
Der Priester setzte sich an das Fenster, wo für Vögel Krumen gestreut waren: „Eure Eltern haben sehr gejammert um Euch.“
Der andere vor dem Bücherpult lächelte streng: „Ich habe mir einen wahrhaft geistlichen Beruf erwählt, sagt das, bitte, ihnen; ich bin Soldat geworden, jetzt unter der dritten Fahne. Ich muß wie die Engel und Teufel um meine Seele kämpfen; wer nicht stark ist, geht dabei unter.“
„Du dienst unter Tilly?“
„Fragt nicht nach mir, Pater. Was tut mir not, Pater?“