„Sprecht mit dem Kaiser, mit Lamormain. Ich bin eine Frau; kann man keine Rücksicht auf ein Frauenherz nehmen; bin ich hier nichts.“

Kopfschüttelnd Joseph: „Es ist nicht der Kaiser oder Lamormain. Es ist der Herzog von Friedland.“

Sie keifte leise: „Schickt ihn fort; ich hasse ihn, sein Name ist mir zuwider, der falsche Böhme.“

„Man kann ihn nicht fortschicken. Es ist leichter für ihn, uns alle fortzuschicken.“

Sie wütete mit ihren Fäusten gegen ihren Schleier: „Ihr habt es gehört. Es ist unsagbar, wir sind seine Gefangenen. Man soll ihn entlassen.“

„Wer ist Kollalto bei Mantua? Seine Puppe. Der Herzog ist das oberste Gericht im Reich. Wir spielen hier in seinem Schatten. Der Kaiser fühlt es nicht.“

Sie sah ihn erstarrt, weitäugig an: „Und dies ist wahr, der Herzog macht mit uns, was er will?“

Joseph lächelte traurig: „Es ist schon keine Neuigkeit mehr, Majestät. Fragt Euren Schwager, die bayrische Durchlaucht.“

Die Kaiserin stand von der Bank auf: „Ich will den Kaiser befragen, er soll hören, wie man spricht.“

„Fahrt lieber zum Herzog; er residiert in Memmingen, nicht weit von Ulm. Er wird Euch helfen, wenn Ihr dringlich bittet um Mantua. Aber sprecht nicht von mir zum Kaiser. Die Deutschen lieben nichts Fremdes.“