Der Kaiser ließ die Augen aufleuchten, lächelte den Grafen warm an.

Der Geheimsekretär: „Welche Antwort soll formuliert werden auf die Replik der Kurfürsten?“

Die Herren durften sprechen.

Strahlendorf: „Hinhalten. Wenn der kaiserliche Standpunkt so bleibt, versuchen, die Kurfürsten zu drücken, sie auf die Unmöglichkeit ihrer Forderungen hinweisen, die Erfüllung des Möglichen zusagen.“

Trautmannsdorf: „Die Majestät wird sich den Eingriff in ihre Autorität und Präeminenz verbitten. Die Schuld für einen Riß muß von vornherein der kurfürstlichen Maßlosigkeit zugeschoben werden.“

Der Kaiser dankte. Nach langer, scheinbarer Besinnung dankte er nochmals; es sei besser, auf diese Replik nicht zu antworten. Er antworte nicht. Er gäbe den Kurfürstlichen Durchlauchten, die in einem Jähzorn gehandelt hätten, Zeit sich zu besinnen.

In das Refektorium der Karthause wurde eines regnerischen Abends Pater Joseph gerufen; es wolle ihn eine hohe Person sprechen. Zwei Damen in Schleiern, auf deutsche Art gekleidet saßen da; die eine sprach ihn italienisch an, es war die Kaiserin. Er möchte ihr von seinem Orden erzählen.

Und als er gesprochen hatte, glühten hinter ihrem Schleier ihre Augen, Gräfin Khevenhiller trat an das Fenster hinter eine Säule.

Sie freue sich, solche Stimme der Gottesinbrunst zu hören, man vernehme es so selten in diesem Lande.

Ob er Italien kenne. Und dann plötzlich, kaum das Schluchzen unterdrückend: so weit sei es gekommen, daß man nicht Anstand nehme, ihre Heimatstadt zu belagern. Er meinte tröstend, so sei Politik der Deutschen. „Helft Ihr mir,“ bat sie, „ich habe Briefe von meinen Freundinnen, Geschwistern; was ich Euch tun kann, sollt Ihr haben.“ „Wenn unsere Heere siegen werden.“