Die Örtlichkeit der Hölle ist hier räumlich gegliedert. Die zwei Abteilungen, von denen die zweite die Fortsetzung der ersteren bildet, fanden wir schon in den byzantinischen Darstellungen, so in St. Angelo in Formis; wie denn überhaupt nach Jessen[192] in den Reliefs am Dome von Orvieto das strenge Schema der byzantinischen Mosaicisten beibehalten worden zu sein scheint. Der Darstellung Lucifers und der Teufel liegt aber auch die Auffassung der Pisani unverkennbar zu Grunde. Wie bei jenen, so ist auch hier die das Menschliche betonende Auffassung der Byzantiner vollständig aufgegeben. Das Tierische und damit der dämonische Charakter in seiner abstossenden Hässlichkeit wiegt vor. Die Thätigkeit dieser Dämonen verrät höchste Leidenschaft, und das Gesammtbild ist voll abwechslungsreicher Episoden. Nirgends findet sich ein Moment der Ruhe. Dadurch ist aber eine der wichtigsten Vorstellungen, welche sich mit dem Begriff der Hölle verbinden, zum Ausdruck gekommen.

In den Werken der Vorläufer und Zeitgenossen Dantes sehen wir also ein gleiches Streben, wie bei dem Dichter selbst, Antike und Christentum zu verschmelzen und ihr eignes Empfinden frei von akademischen Regeln in ihre Werke hineinzutragen, ohne dabei das traditionell Typische aufzugeben. In Niccola Pisano’s Darstellung sehen wir den Anfang, in Orvieto eine gewisse Vollendung.

Die plastischen Arbeiten der Pisaner und ihrer Schüler werden chronologisch fortgesetzt durch die Malereien von Dantes Freunde Giotto,[193] denn von seinem Vorläufer Cimabue, sowie von den Sienesischen Malern ist, soweit wir wissen, nichts auf die Ikonographie des Teufels und der Hölle Bezügliches erhalten.

Giotto hat zweimal das Infernum dargestellt, in der Scrovegnikapelle in Padua (1306/7) und kurz vor seinem Ende in Bargello (1336/7). Beide Gemälde, besonders das in Florenz, sind im ruinenhaften Zustande, während das in Padua starke Übermalungen zeigt.

In dem letzteren ist die Hölle eine von einem Feuerstrome, welcher von den Füssen Christi in der Mandorla ausgeht, durchflutete Felsenhöhle. Durch den Feuerstrom werden die Sünder in die Hölle geschwemmt, wo sie Teufel in Empfang nehmen, oder sie ziehen über den Bogen des Portals, »wie über eine Brücke,« in die Unterwelt ein. Diese zerfällt durch die Felsen in natürlich abgeschlossene Räume, welche für einzelne Kategorien von Sündern bestimmt sind. Ihre Zahl lässt sich infolge der vielen Beschädigungen des Fresko nicht feststellen. Der interessanteste Raum ist im untersten Bildstreifen erhalten. Hier sitzt im Centrum der riesengrosse Lucifer auf einem doppeltgestaltigen Ungeheuer, dessen Leiber in der Mitte zusammengewachsen sind. Seine Grösse beträgt etwa ⅓ der Höhe der ganzen Hölle. Er ist ein breitschultriger, dicker, fleischiger Gesell. Sein Kopf tritt wenig vermittelt aus den Schultern heraus. Borstige Haare umrahmen ihn. Seine Züge sind die des Satyrs. Aus seiner Stirn ragen zwei mächtige Stirnhörner heraus. Von den Ohren ist nichts zu sehen. An dieser Stelle des Kopfes aber schnellen Schlangen nach den Seiten, um die in der Nähe befindlichen Sünder zu packen. Das breite Maul Satans verschlingt gerade einen Verdammten. Mit den Armen greift Lucifer in die Menge nach rechts und links, um neue Opfer dem ersten folgen zu lassen. Seine Beine gehen in stark gespaltene Hufe aus, welche unter sich die Sünder zertreten. Rechts und links von dem Höllenfürsten sehen wir am Boden der Hölle sechs abgegrenzte, in die Erde sich öffnende, flammende Felsengrotten, in welche die Teufel die Sünder werfen. Im wüsten Durcheinander wälzen sich ihre nackten Leiber. Hier ragt ein Kopf, dort die Beine heraus. Gewiss war eine jede Grotte für eine gewisse Klasse von Sündern bestimmt, die möglicherweise durch Inschriften kenntlich gewesen ist. Sie zu bestimmen ist leider nicht mehr möglich. Nur zu der einen Grotte sehen wir auf den Schultern eines Teufels rücklings einen mit der Tiara geschmückten Sünder reiten. Ihm naht ein Weib, um ihm einen Geldsack zu geben. Er segnet sie. Vielleicht ist dieser Ort für die Simonisten bestimmt. Zu Häupten Lucifers sehen wir rechts Sünder, welche furchtbare Strafen erleiden. Da erscheint eine Gruppe von Gehängten, deren Füsse im Feuer stehen. Einer von ihnen hängt mit dem Kopfe nach unten, sodass ihm das Blut in den Kopf schiesst. Es ist der Hochmütige, welcher das Haupt im Leben zu hoch getragen hat. In einer anderen Gruppe wird der Unkeusche an seinen Schamteilen von einem Teufel gebissen, dem am Boden liegenden Habsüchtigen wird von einem auf seinem Leibe reitenden Teufel glühendes Erz in den Rachen gegossen. Ein anderer Sünder hängt mit den Armen an einer Stange; ihm durchsägen zwei Teufel den Körper von oben nach unten. Über dieser Abteilung sehen wir in einer anderen zottige Teufel eine Schar Verdammter verfolgen. Hier rast mit auf den Rücken gefesselten Händen ein Sünder umher, dort schwebt eine mit einander verbundene Gruppe, deren Körper in entgegengesetzter Lage liegen. So fliegt die Schar hin und her im ewigen Taumel, ohne Ruhe zu finden. In sie fährt ein Ungetüm mit einem Wolfsrachen und ein Teufel, angethan mit einem Mönchskostüm, bläst auf einem Horne, als wollte er die Melodie zu dem Reigen spielen. In die Mitte des obersten Bildstreifens ragt ein Fels hinein. Auf diesem liegen die Leiber gehäuft durcheinander. Teufel stürzen sie in die Tiefe hinab, wo sie von anderen in Empfang genommen werden.

Dieses Fresko ist die erste malerische Darstellung der Hölle in der gesammten Kunst des XIV. Jhrdts. und zugleich eine der packendsten. Genauer, realistischer, grausiger ist sie wohl vor Giotto nie dargestellt worden, wenigstens kennen wir keine weitere. Der feine architektonische Aufbau des Ganzen, welcher so kunstlos grosse Innenräume schafft, die Masse der Gruppen, welche trotz der Menge der Sünder nie überladen erscheint, der Reichtum an Erfindung der grauenvollen Qualen und die lebendige Darstellung der einzelnen Scenen verdient unsere höchste Bewunderung. Man meint eine Illustration der Hölle Dante’s oder doch wenigstens eine Schöpfung im Geiste des Dichters vor sich zu sehen und dies hat zu der Annahme geführt,[194] zumal da im August 1306 Dante auf einige Tage in Padua zum Besuch weilte, letzterer habe Giotto die Einzelheiten angegeben, was aber unwahrscheinlich ist, da damals das Infernum noch nicht bekannt und das Fresko früher entstanden ist. Auch scheint Giotto’s Gemälde bei genauer Vergleichung nach anderen Gesichtspunkten komponiert. Die Örtlichkeit der Hölle, ihre Attribute Lucifer im Centrum, die Abteilungen und Klassificierung der Sünder, die verschiedenen Strafen und deren Beziehung zur Sünde ist ähnlich wie bei Dante und besonders in den Schilderungen der früher erwähnten Legenden wie Tundalus. Der principielle Unterschied zwischen dem Dichter und dem Maler liegt eben darin, dass Giotto sozusagen christlicher traditioneller, jener antiker individueller denkt. Die Verbindung von Christentum und Heidentum fehlt dem Fresko, die byzantinische Tradition erscheint dem Inhalte nach gewahrt. Giotto ist daher eher als ein Vorläufer Dantes zu betrachten, der den populären Vorstellungen weise Rechnung trägt, ihnen aber neue Züge in Fülle hinzufügt. Vorzugsweise dürfte seine Arbeit auf die rappresentazione sacre und ähnliche öffentliche Volksschauspiele zurückgehen, wie sie gerade in Florenz so üblich gewesen waren – ich erinnerte bereits an die Schilderung von Villani. Was Giotto’s Form anlangt, so ist die byzantinische freilich ein überwundener Standpunkt. Der Maler hat mit den Plastikern das Streben nach Realität gemein, ja er hat sie darin wohl übertroffen. Der Gestalt des Teufels hat er nichts Neues gegeben. Er stellt sie nach Art der Byzantiner durchaus menschenähnlich dar, aber er hat weniger durch den krassen Effekt der Karrikatur wie die Pisaner als durch Handlung charakterisiert. Sein Teufel ist ein fühlendes Individuum. Die Verdammten hat der Maler am wenigsten geschildert. Ihre Köpfe sind Typen und wie in St. Angelo in Formis werden Priester und Laien nur äusserlich unterschieden. Ihr Leid verraten die Unglücklichen noch mit keiner Mine, nirgends ist ein Ausdruck der Angst, der Verzweiflung und Reue in ihrem Gesichte zu lesen. Darin wird Giotto von Giovanni und Lorenzo Maitani übertroffen, es ist aber unzweifelhaft, dass die Mängel auf Schülerhände zurückgehen, welche dieses Schlusstableau eines langen Cyklus notdürftig fertig machen mussten, da der Meister selbst durch andere Arbeiten abberufen worden ist.

Das ganze Fresko der Hölle macht auch heute noch trotz seiner argen Beschädigungen einen überwältigenden Eindruck. Und wie in einer Symphonie jeder Satz ein Tongemälde für sich ist, das nur der Interpretation eines einzigen Gedankens dient, so wird in diesem Inferno die Idee von der Vergeltung nach dem Tode durch einzelne Seelengemälde erläutert, welche zusammen ein harmonisches Ganzes bilden.

Dante’s Gedanken und Giotto’s Stil werden wenige Jahrzehnte später durch Orcagna weiterfortgesetzt und dieser schafft in seiner Hölle in S. Maria Novella zu Florenz das zweite grosse Fresko, das die von den Pisanern erstrebte Richtung gleichsam abschliesst. Dieses Werk, ca. 1357 gemalt, kann direkt eine Illustration des »Inferno« der divina commedia genannt werden.[195]

Nach der Topographie Dante’s ist das Gemälde entworfen.[196] Freilich ist die trichterförmige Gestalt aufgegeben, wohl mit Rücksicht auf die Wand der Strozzikapelle. Die Hölle ist in ein Rechteck, das durch einen Halbkreis abgeschlossen ist, hineinkomponiert. Sie ist wie bei Giotto als Felsenhöhle dargestellt, welche durch fünf einander parallel laufende Querwände in sechs Zonen geteilt ist. Jede derselben zerfällt in mehrere Abteilungen. Die erste Zone enthält die Vorhölle und den ersten Kreis der Dant’schen Hölle, die zweite den zweiten und dritten, die folgende je zwei Kreise, nur die vierte Zone den sechsten allein. In diesen Zonen werden die Verdammten nach der Vorschrift Dantes bestraft, und die Örtlichkeit der Strafe angepasst.

In der ersten Zone ist die Vorhölle dargestellt. An dem Ufer des Acheron sammeln sich die Sünder, welche aus der Erde zum Teil emporsteigen, um einen Fahnenträger. Es ist die Rotte der Feiggesinnten, denen zum Guten wie zum Bösen die Thatkraft fehlte, und die sich wie eine Fahne nach jeder Richtung drehen. Jenseits des Acheron, auf dessen Flut Charon im Nachen fährt, liegt der primo cerchio des Inferno, durch eine Gebirgswand von der Vorhölle getrennt. Hier erhebt sich auf felsigem Grunde ein von einer Mauer umgebener Turm mit sieben sich nach oben verjüngenden Stockwerken; er dient denen zum Aufenthalte, welche zwar ohne Schande lebten, aber der Taufe entbehrten.[197] In der zweiten Zone richtet Minos die vor ihm erscheinenden Sünder.[198] Der grause Dämon hat die bekannte tierisch menschliche Gestalt der byzantinischen Kunst. Mit flammenden Augen scheint er die armen Seelen zu durchbohren. Um seine Beine, welche in Vogelklauen ausgehen, ringelt sich bis zur Hüfte in fünf Windungen eine Schlange. Sie beisst ihm in die Scham und während er selbst von den furchtbarsten Schmerzen gequält ist, vollführt er sein Richteramt über die Verdammten, welche weinend oder flehend, teilweise mit bedecktem Gesichte vor ihm stehen. Hinter ihm sehen wir die Schar der Gerichteten.[199] Die sinnliche Leidenschaft, welche die edle Liebe wie die Wollust gebiert, lässt sie nie zur Ruhe kommen und wie vom Sturm getrieben fliegen sie im Kreise umher mit dem Ausdruck der Verzweiflung, mit den Armen durch den leeren Raum suchend oder in inniger Umarmung dahinschwebend, wie es Dante von Paolo und Francesca beschreibt.[200] An diese Scene schliesst sich, wiederum durch eine Felswand getrennt, das Reich des dreiköpfigen Cerberus (Dante, Kreis 3), welcher mit seinen drei Rachen das Symbol der Unersättlichkeit ist.[201] Er hat den Körper eines Hundes, nur ist das geradeaus blickende Gesicht durch den Bart und durch Milderung der tierischen Form vermenschlicht. Während er einen Sünder verschlingt, packt er mit seinen Armen zwei andere, die ihm umsonst zu entrinnen suchen. Um ihn her aber sitzen oder liegen rechts am Boden Verdammte, die vergeblich vor dem fallenden Regen Schutz suchen.[202] Es sind die Säufer. Links aber sitzen an gedeckter Tafel die Feinschmecker, welche einander die Bissen missgönnen.[203] In der dritten Zone ist der quarto cerchio dargestellt. Hier wälzen die Verschwender und Geizigen grosse Lasten, das Bild des Goldklumpens, der ihr einziger Gedanke gewesen, in entgegengesetzter Richtung mit der Brust entgegen.[204] Über die zum Teil als Geistliche charakterisierenden Sünder steht als Wächter ein Teufel mit einer Keule in der Linken auf hohem, breiten Felsen, welcher diese Unglücklichen von denen des fünften Kreises trennt. Letzterer bildet einen Sumpf. In ihm stehen die Jähzornigen und wüten gegenseitig, während die Lässigen (Accidiosi), die ihren Hass und Groll wie ein schleichendes Feuer im Innern trugen, mit den Köpfen aus dem Sumpfe herausgucken.[205] Ihr Wächter Phlegias[206] aber rudert über den See. Die ganze vierte Zone bildet die Stadt Dis.[207] Eine Mauer, welche durch drei in gleichen Abständen stehende Türme unterbrochen ist, trennt sie von den oberen Kreisen. Auf dem mittelsten Turme stehen die Erinnyen[208] mit ihren Schlangenhäuptern, auf den anderen mit Lanzen bewaffnete Teufel, eine Wache haltende Cohorte. Durch Thore gelangt man zur Gräberstadt. In lodernden Flammen glühen da Särge, aus deren Öffnungen die Köpfe der Unglücklichen herausblicken. Es sind dies Ketzer, welche die Unsterblichkeit leugnend den Sarg als das Ziel ihres Lebens ansahen und ihn nun zur Strafe für immer besitzen. Die fünfte Zone stellt den siebenten Kreis[209] des Inferno dar. In der Mitte derselben liegt von felsigem Ufer umschlossen ein See. Die Mörder trinken hier das von ihnen vergossene Blut. Centauren, welche am Ufer dahinsprengen, schiessen nach ihren Köpfen oder tauchen die, welche sich aus dem Blutmeer zu weit herauswagen, wieder unter. Zur Linken dieses Seees ist ein Dickicht von Bäumen. Auf den Ästen sitzen Vögel mit Menschenköpfen, die Harpyien.[210] Verdammte, welche von Hunden verfolgt, hierher geflüchtet sind, verwandeln sich in Bäume und letztere, deren Zweige verletzt wurden, umgekehrt in Menschenköpfe.[211] Es sind die Selbstmörder, welche von einem Leben nach irdischen Vorstellungen in verächtlichem Pessimismus nichts wissen wollten. Rechts am Blutsee werden die Gotteslästerer, Wucherer und Sodomiter gestraft.[212] Steine und Feuer fällt auf die am Boden liegenden, kauernden oder aufrecht stehenden und mit geballten Fäusten nach oben drohenden Sünder. Die sechste Zone ist die grösste. Die zehn bei Dante geschilderten Bulgen sind hier durch Felsenwände von einander getrennt dargestellt. Indem die Mitte für Lucifer und die vier Abteilungen der Verräter freigelassen ist, ordnen sich je fünf Bulgen rechts und links um sie. Hier geisseln gehörnte Teufel die Kuppler, deren Hände auf dem Rücken gebunden sind.[213] In der nächsten Bulge ragen aus Erdhöhlen die zappelnden Beine der Simonisten.[214] In den Tiefen der Erde, wo die Erze liegen, haben sie ihren Gott gesucht, und suchen ihn nun dort in Ewigkeit. In der nächsten Bulge[215] stecken die Gauner, deren Thätigkeit durch die schlechte Erhaltung des Bildes nicht mehr zu erkennen ist. In der folgenden Abteilung werden die Diebe von Schlangen gefesselt und verwundet. Ihr Wächter ist der Centaur Cacus, in dem sich tierische Kraft und List gepaart haben, ein Symbol für den Raub und Diebstahl.[216] Ihnen schliessen sich die Zwiespaltstifter an.[217] Ihre Sünde rächt sich, denn ihnen werden jetzt die Glieder ihres Leibes von einem Teufel mit dem Schwerte getrennt. In der rechten Hälfte der Zone wälzen sich die Schmeichler[218] im Kothe, die Wahrsager[219] blicken mit dem Gesicht in entgegengesetzter Richtung rückwärts, um das Verkehrte ihrer Kunst zu charakterisieren, die Betrüger (gente depinta)[220] gehen in Kutten, die Augen fromm nach oben gekehrt, um sich den Schein der Heiligkeit zu geben. In der nächsten Gruppe sehen wir stolze Gestalten, denen man ansieht, dass sie einst im Leben eine hervorragende Rolle gespielt haben. Es sind vermutlich die bösen Ratgeber,[221] welche nach Dante als Flammengestalten dahinwandeln. In der letzten Bulge werden die Fälscher und Lügner an ihrem Leibe durch Krankheiten heimgesucht dafür, dass sie im Leben das Reine besudelten, indem sie Personen und Sachen ein anderes Aussehen zu geben sich bemühten. Die Mitte der Zone stellt nun den neunten Kreis der Hölle Dantes dar. Die vier Abteilungen desselben Caïna,[222] Antenora,[223] Ptolomaea,[224] Judecca,[225] sind auf dem Bilde zu einer verbunden. In einem, von gradlinig behauenem Felsenrande umgebenen Eissee schmachten die Verräter. In der Mitte aber sitzt Lucifer, getreu nach der bekannten Schilderung Dantes ausgeführt. Um den See aber stehen die Giganten als Repräsentanten jener übermütigen Menschen, welche sich gegen Gott empörten und bestraft ihre menschliche Ohnmacht fühlen mussten.