Zungrapp [langsam nickend]. Wobei sich mancher Falter die Flügel versengt. Das Heim geht verloren, die Heiraten nehmen ab und Kinder sind schon ganz und gar unmodern. Ich bitte, wie soll ein Mann auch Lust und vor allem die Mittel haben ein Mädchen von heute zu heiraten? Hunderterlei Ansprüche, keine Kenntnisse, keine Pflichten, wenigstens zwei Dienstboten, eine ganze Flucht von Zimmern, jeden Sommer eine Badereise, jede Saison mindestens drei Hüte –
Krickenfeld [mit Nachdruck]. Und keine Kinder, – nicht zu vergessen! Hat eine Frau einmal eins oder zwei, so muß sie schon ins Bad, braucht eine Kur, muß ein halbes Jahr unter ärztlicher Behandlung stehen und setzt eine Märtyrermiene auf. Sehen Sie mich an! Ich hatte zwölf lebende und vier tote Kinder und ich bin nie länger als vierzehn Tage im Bette gelegen.
Holzheim [die Karten zusammenraffend]. Gewonnen, gewonnen Frau Oberst! 25 Heller zu bezahlen.
[Großer Lärm, Meinungsverschiedenheiten, Auszahlung.]
Krickenfeld. Mein seliger Onkel, der Erzbischof, pflegte immer zu sagen: Frauen und Oefen gehören in das Haus.
Zungrapp. Herz gerufen? Heute hat man die Oefen und die Frauen – außer dem Hause.
Krickenfeld [süßlich]. Um auf das herzige Bürschchen – Pardon! Pardon! – den berühmten Südpolforscher zurückzukommen – so wissen Frau Oberst, daß wir die mütterlichsten Gefühle für ihn hegen – so ein Frauenherz ist einmal gegen alle von Liebe erfüllt – und deshalb erlauben wir uns zu sagen, daß ein junger Mann – und trotz seiner hervorragenden Eigenschaften ist der liebe Herr Professor noch so jung – manchmal des Rates bedarf. In höchster Erregung. Wie? Ist der Mond verloren?
Zungrapp [gelassen]. Schon vor drei Stichen führte ich ihn nachhause. Warum will der Herr Sohn die Stelle nicht annehmen?
Hasselstein [mißmutig]. Er will zuerst ein Buch herausgeben, das die Beschreibung seiner Fahrt und der von ihm gemachten Entdeckungen enthält.
Frau Zungrapp. Ein Buch!!! Soooo interessant – aber – glaubt der Herr Sohn finanziellen Nutzen daraus ziehen zu können? Ich erlaube mir nur diese Frage, beste Frau Oberst, will jedoch nicht einen einzigen Augenblick andeuten –