Alle [gebietend]. Ist!!!!? Schwester!!!!!! Ist!!!!

Frau Hasselstein [nach kurzer Ueberwindung, leise]. Es ist – Berta – Berta Heller!

Ada Brunnick [bissig]. Diese Verlorene – diese – diese –

Frau Pottenmiller [mit tugendhaftem Grauen in der Stimme, während die anderen sprechende Blicke austauschen]. Eine arme jugendliche Verunglückte – ein Paria!

Frau Knute [rücksichtslos wie immer, laut]. Eine Dirne!

Hans Georg [dessen Zorn jetzt den Höhepunkt erreicht hat, mit donnernder Stimme indem er mitten unter sie tritt]. Nein! Schweigt! Ein junges Mädchen besser als alle die fälschlich als so tugendhaft betrachteten fraglichen Grazien Kringhausens, das das Unglück gehabt hat als ahnungsloses Kind einem Elenden in die Hände zu fallen. Ihr wagt es, meine Braut zu beschimpfen, sie deren Gedanken edler, reiner und menschenfreundlicher sind als die vieler, die mir gut bekannt. [Er blickt auf sie der Reihe nach.] Ihr wagt einer Unglücklichen etwas vorzuwerfen, woran sie keine Schuld trägt! Pfui! [Er wendet sich ab und geht ruhelos im Zimmer auf und nieder.]

Ada Brunnick [erholt sich zuerst]. Und solchem Wahnsinn hältst du die Stange, Tante? [Sie mißt sie kalt. Zu ihrem Vater] Papa, sprich!

Herr Pottenmiller [sich aufraffend]. Wie – soll ich mich im »weißen Hirschen« zeigen können, wenn die Verlobung bekannt wird, Hans Georg? Niemand wird von etwas anderem sprechen, man wird hundert Fragen an mich stellen –

Hans Georg [bleibt einen Augenblick stehen]. So bleib' zu Hause, wenn du dich fürchtest! [Er nimmt seine Wanderung wieder auf, Herr Pottenmiller erneuert seinen Ueberredungsversuch nicht.]

Hermine [weinerlich]. Und wie kann ich zu den Schneiderabenden des katholischen Jungfrauenvereins gehen? Ich müßte zu sehr erröten, wenn man Anspielungen – an – an machen würde. [Sie bedeckt das Gesicht mit den Händen.]