6. Auftritt.

Hans Georg [bitter, nach kurzem Schweigen, während Roden und Norry Hut, Handschuhe und Stock aufraffen]. Wie schnell Hoffnungen scheitern, Trugbilder in nichts zerrinnen. In der Antarktis hoffte ich, daß die täglich wachsende Menge von Eindrücken und Erfahrungen, von überstandenen Gefahren und damit gestärkter, zunehmender Kraft mir helfen würden, den Sieg zu erringen, alle kleinlichen Vorurteile zu überkommen, alles lächerliche Beurteilen reiner Aeußerlichkeiten zu verwerfen. Wie schön deuchte mich, vom Abendrot der Erinnerung beleuchtet, da die Heimat, wie unerschütterlich fest war da meine Ueberzeugung, daß die Liebe einer Mutter größer als die Macht leeren Geredes. Und nun – [er seufzt tief auf und senkt das Haupt] – trotz der Fülle neuer Eindrücke, ungeachtet der erweiterten Horizonte, die sich mir erschlossen, muß ich im Kampfe gegen verächtliches Spießbürgertum unterliegen; muß die zarte Frau mit mir in die weite Welt hinaus führen, statt ihr hier bei meiner Mutter, hier, wo ich geboren und jedes Ding Bedeutung für mich hat, ein Echo meiner Kindheit, meiner Jugend ist, ein friedliches Heim gründen zu können. Alles, alles ist umsonst gewesen!

Roden [ernst]. Armer Freund, das ist, weil Sie eben einen großen Fehler begangen haben!

Hans Georg [sieht ihn verwundert an]. Einen Fehler?

Norry [nickt plötzlich ebenfalls eifrig]. Einen ganz unverzeihlichen!

Hans Georg [von dem einen auf den anderen blickend]. Und der wäre?

Roden [mit Nachdruck, indem alle drei Herren langsam auf die Tür zur Rechten zugehen]. Nicht Sie hätten auf Suche neuer Horizonte in die Antarktis ziehen sollen – sondern

Norry [einfallend]. – die Kringhäusler!

[Der Vorhang fällt.]

3. Akt.