»Nein, nie,« versetzte ich lachend. Denn Jennys Augen waren so rund vor Verwunderung wie die eines Kindes. »Einmal hat er allerdings gesagt, daß er es versuchen würde, wenn ich eines Tages nicht einen Hut aufhaben würde, aber bisher,« ich blickte sie schelmisch an, »habe ich immer einen Hut aufgehabt.«

»Himmel!« rief Jenny entsetzt, »und es ist ihm nie eingefallen, den Hut abzunehmen?«

»Wenn wir verheiratet sind, werde ich keinen Hut auf dem Kopfe haben, und darauf wartet er wahrscheinlich,« versuchte ich als Erklärung anzuführen.

»Glaubst du,« fragte sie mit einer urkomischen Ueberlegenheit, »daß Doktor Wurmbrandt sich hätte – natürlich wenn er mich liebhaben würde – abhalten lassen durch einen Hut und selbst, wenn dieser so groß wie ein Wagenrad gewesen wäre?«

»Liebste Jenny,« erwiderte ich lachend, »nicht, wenn dein Hut den Umfang einer Moschee gehabt haben würde, aber du vergißt, daß der Doktor eben – Europäer ist.«

»Ein Mann, der nicht küssen kann, der – der ist nicht heiratsfähig.« Jennys Entrüstung war so groß, daß sie meine ernsten Gedanken verscheuchte und ich über die unschuldigen Ansichten des Kindes herzlich lachen konnte.

»Jenny,« neckte ich meine Schwester, »wie oftmal denkst du an den Doktor?«

»Oh – nicht – nicht so sehr, sehr oft, Kather,« sagte Jenny nachdenklich.

»So etwa sechzigmal die Minute?« fragte ich gelassen.

»Aber Kather, wie kannst du –?« wehrte Jenny, erglühte aber wie eine Pfingstrose.