Abb. 2. Grundierwalze.
Die Grundierwalze besteht aus einem Holzzylinder von etwa 5 cm Länge und 3 cm Durchmesser, welcher mit dünnem, glattem Leder derart überzogen ist, daß die Naht unmerklich ist (Taschnerarbeit). Denselben Zweck erfüllt auch Goldschlägerhäutchen, doch ist Leder unbedingt vorzuziehen. Diese Walze erhält eine Handhabe, in welcher sie um ihre Achse äußerst leicht drehbar sein muß. Dabei ist darauf zu achten, daß die Schraubenköpfe A und B die Walze daran verhindern müssen, mit der Gabel in Berührung zu kommen, weil sie sonst stecken bliebe, wenn etwas Ätzgrund über die Walzenkanten tritt. Deshalb muß überhaupt auch ein genügender Raum beiderseits zwischen Walze und Gabel frei bleiben. Man erhält Grundierwalzen auch gebrauchsfertig zu kaufen. (Große Platten erfordern selbstverständlich auch große Grundierwalzen.) Ist die Walze neu, so tut man gut daran, sie erst auf irgend einem heißen Blech mit Ätzgrund einzuwalzen und dann erst auf der Platte zu verwenden. Der auf der Walze stets haftende Ätzgrund wird nie davon entfernt, bei kleineren Platten genügt dieser oft allein zum Grundieren. Gleich nach dem Gebrauch darf die Walze nicht weggelegt werden, da sie infolge des noch klebrigen Ätzgrundes überall haften und Staub und dergl. an ihr hängen bliebe; man legt die Handhabe auf einen Gegenstand so, daß die Walze frei in der Luft bleibt.
Abb. 3. ABCD Kupferplatte.
d) Das Anrauchen.
Die Platte ist nun bereits vor Einwirkung der Säure geschützt. Der Metallglanz des Kupfers schimmert jedoch noch durch und würde den Augen des Radierers beim Arbeiten sehr unangenehm, ja unerträglich werden. Zur Abhilfe dessen wird die noch warme Platte mittelst einer Wachsfackel angerußt. Auf das Brett, auf dem sie liegt, wird sie mit starken Reißnägeln (2 an jeder Ecke) befestigt, jedoch nicht in der Mitte des Brettes, sondern an einem Ende. ([Abb. 3]). Das Brett wird nun derart auf einen Kasten oder auf ein sonstiges hohes Möbelstück gelegt, daß die Platte nach unten kommt und frei in die Luft ragt; ein schwerer Gegenstand verhindert das Herunterfallen des Brettes ([Abb. 4]). Man kann auch in den Kasten oben einen Haken einschrauben; dann schiebt man das Brett bei Bedarf einfach darunter, ohne es erst beschweren zu müssen. Aus drei oder vier Wachsstocksträngen wird nun eine Fackel gedreht und diese angezündet. Sie beginnt zu rußen und wird unter der Platte in entsprechender Entfernung hin- und hergeführt wie ein Anstreichpinsel. Dabei sind folgende Vorsichtsmaßregeln zu treffen:
1. Die Luft im Zimmer muß absolut ruhig sein. Zugluft, Herumgehen anderer Personen in der Nähe der Fackel, Türenöffnen oder -Schließen ist unbedingt zu vermeiden, weil man der Rauchsäule dann nicht die gewünschte Richtung geben kann.
2. Nur der Ruß, nicht aber die Flamme darf die Platte berühren.
3. An einer Stelle darf nicht lange verweilt werden.