PHARNACES: Gewiß – denn dieses Fest läßt uns nur einen Candaules sehn, während Candaules uns viele Feste sehen läßt.

DER KOCH (zu den Dienern): Feigen hierher.

SYPHAX (kommt mit Nicomedes vor): Ich fange wirklich an zu glauben, daß es weder Politik noch Dummheit ist, was den König veranlaßt, uns mit Festen und Geschenken zu überschütten, es ist vielmehr, wie Du es sagtest, so eine Art unentschiedener Gnädigkeit.

NICOMEDES (bestätigt): Das ist es.

DER KOCH: Da fehlen noch zwei Becher.

SYPHAX (fortfahrend): Und das ist gerade, was mich geniert. So lang ich auch den König schon verachte, ich nahm seine Geschenke gern; aber wenn er wirklich der ist, den ich ihn zu glauben anfange, so bin ich es, den ich nun verachten will.

NICOMEDES: Ach laß doch! Du nimmst doch nichts sonst, als was er Dir anbietet. Komme das Gute nun vom Himmel oder vom Menschen – die Wohltat freudig hinnehmen, das ist das Geheimnis des Glücks.

DER KOCH: Nun ist wohl alles fertig.

(Er zieht sich mit den Dienern zurück. – Die Herren entfernen sich.)

Phedros und Simmias, freundschaftlich verschlungen, Philebos.