So tief versunken war Johann Bogdán in seinen Kummer, so verbissen in grimmige Rachepläne, daß er den Mann, der seit einigen Minuten schon vor ihm stand, und ihn neugierig prüfend von allen Seiten begaffte, gar nicht sah. Eine Hitzwelle flog ihm ins Gesicht, und sein Herz blieb stehen vor freudigem Schreck, als ihn plötzlich eine Stimme aus seinem Brüten weckte:

— Bist du’s, Bogdán?

Er fuhr auf, selig, doch noch erkannt zu werden, und runzelte tief enttäuscht die Stirne, als er den buckligen Mihály vor sich stehen sah. Im ganzen Dorf, im ganzen Komitat, gab es keinen zweiten Menschen, dem Johann Bogdán nicht in aufquellender Dankbarkeit herzlich die Hand geschüttelt hätte in diesem Augenblick. Mit dem Buckligen aber wollte er nichts zu tun haben. Jetzt schon gar nicht! Der Kerl bildete sich am Ende ein, einen Kameraden an ihm gewonnen zu haben, und war wohl froh, nicht mehr der einzige Krüppel im Ort zu sein.

— Nun ja, ich bin’s. Was gibt’s weiter? —

Der Bucklige wühlte mit seinen kleinen, stechenden Augen neugierig in Bogdáns narbendurchfurchtem Gesicht und schüttelte mitleidig den Kopf:

— Aa, dich hat der Russ’ ja nett zugerichtet.

Wie ein kläffender Köter schnaubte ihn Bogdán an:

— Geht dich nichts an! Hast was zu reden, du! Wär’ ich aus ’m Mutterleib schon so zugerichtet auf die Welt kommen, mit dem Bauch auf dem Rücken, wie du, hätt’ mir der Russ’ nichts tun können.

Der Bucklige setzte sich ruhig neben ihn hin, ohne auch nur im geringsten gekränkt zu sein.

— Höflicher bist du nicht geworden im Krieg, Bogdán, — das merke ich schon, — sagte er trocken. — Bist nicht in rosiger Stimmung, kann’s mir denken. Ja, so geht’s! Die armen Leut müssen ihre gesunden Knochen hergeben, damit der Feind den Reichen nichts von ihrem Überfluß wegnimmt! Kannst noch froh sein, daß du so davon gekommen bist.