Das Mädel wandte sich um und ließ ihn herankommen, neugierig, mit zusammengekniffenen Augen. Drei Schritt weit blieb Bogdán stehen.
— Marcsa! — wiederholte er flüsternd, den Blick angstvoll auf ihr Gesicht geheftet. Er sah sie blaß werden, kreideweiß; sah ihre Augen unruhig hin und her hüpfen, von seiner linken Wange zur rechten hinüber und wieder zurück. Dann kam ein Grauen in ihre Augen, sie schlug die Hände vor’s Gesicht und lief davon, so schnell ihre Füße sie trugen.
Tief traurig starrte ihr Bogdán nach. Genau so hatte er sich das Wiedersehen vorgestellt; so, und nicht anders, seit die Bahnwärtersfrau, das Nachbarskind, ihn nicht erkannt. Nur daß sie davonlief, wurmte ihn! Das hatte sie nicht nötig. Johann Bogdán war nicht der Mann, der einem Frauenzimmer Gewalt antat. Gefiel er ihr nicht mehr, so wie er geworden war, nun dann konnte sie sich einen Anderen suchen, und er würde schon auch noch Eine finden, darum war ihm nicht bange. Das wollte er ihr auch sagen.
In großen Sätzen sprang er ihr nach, erwischte sie bei der Hand, als sie nur mehr wenige Schritte vom Maschinenhaus trennten.
— Warum laufst du davon? — knurrte er sie an, atemlos. — Brauchst nur zu sagen, wenn du mich nicht mehr willst. Meinst ich freß’ dich auf? . . .
Sie starrte ihn an, forschend, — unsicher. Fast tat sie ihm leid, so arg zitterte ihr ganzer Körper.
— Wie siehst du aus? — hörte er sie stammeln, und wurde rot vor Zorn.
— Hab’s dir ja schreiben lassen, daß mich eine Granate erwischt hat, hast gemeint ich bin schöner geworden? Sag’s nur grad raus, wenn du mich nicht mehr willst. Reinen Wein will ich haben! Ja, oder nein? Ich werde dich nicht zwingen zum heiraten. Sag’s nur gleich: ja oder nein!
Marcsa schwieg. Es war irgend etwas in seinem Gesicht, in seinem einzigen Auge, das ihr den Atem nahm, wie mit kalten Fingern in ihren Eingeweiden wühlte. Sie schlug die Augen nieder und stotterte:
— Du hast ja noch gar keine Stellung. Wie können wir heiraten? . . . . Mußt erst den gnädigen Herrn fragen ob er . . . .