Zum erstenmal ergab sich heute dazu die Gelegenheit.

Er hatte Ableuchow versprochen, ihm den Knoten lösen zu helfen. Doch konnte er es nur mit Hilfe der Persönlichkeit ausführen; durch eine unheimliche Verkettung von Umständen hatte Ableuchow sich in ein förmliches Teufelsnetz verfangen; Alexander Iwanowitsch glaubte, er brauche nur der Persönlichkeit von der Sache zu berichten und diese würde die Fäden schon herausfinden.

Was ihn also veranlaßte, hierherzukommen, war das Wort, das er Ableuchow gegeben hatte. Und nun — sieh mal einer her!

Der verletzende Ton, den die Persönlichkeit ihm gegenüber jetzt angeschlagen hat, war ihm in ebensolchem Maße neu wie unangenehm (es war der Ton, dessen sich der hohe Beamte einem Bittsteller gegenüber bedient; mit dem der Chefredakteur dem über Diebstähle und Brände berichtenden Reporter entgegentritt; in dem der Kreisschulinspektor zu dem Kandidaten auf die Lehrerstelle in — Solwytschegotsk oder Sarepta spricht).

Sieh mal einer her! . . .

Also: nach Beendigung seiner Unterhaltung mit dem Franzosen (der Franzose hatte sich bereits entfernt) trat die Persönlichkeit gegen alle Gepflogenheit nicht aus ihrem Arbeitszimmer, sondern blieb dort sitzen, vor dem Schreibtisch, als wäre Alexander Iwanowitsch überhaupt nicht da, als wäre er nicht ein guter Bekannter, sondern — weiß der Teufel! — irgendein Bittsteller, dem es an Zeit nicht fehlen darf . . .

Es wurde immer dunkler — blauer.

In dieser sich ausbreitenden Dunkelheit, in der Halbdämmerung des Arbeitszimmerchens, saß die Persönlichkeit, den viereckigen Kopf ganz über den Schreibtisch gebeugt, und wie ein häßlicher dunkelgelber Fleck hob sich ihr Rücken im schwachen Fensterlicht ab.

Alexander Iwanowitsch zuckte scharf mit den Achseln und wandte dem Rücken seinen eigenen Rücken zu; er begann mit vollständig unabhängigem Ausdruck an seinem kleinen Schnurrbärtchen zu zupfen; er wollte eine beleidigte Miene aufsetzen, brachte es aber nur zu einer unabhängigen; er zupfte an seinem Bärtchen mit einem Ausdruck, als hätte er mit dem Rücken dort am Schreibtisch nichts zu tun. Eigentlich hätte er aufspringen und die Tür hinter sich zuschlagen sollen, doch das durfte er nicht: die Lebensruhe Nikolai Ableuchows hing von seinem Gespräch mit der Persönlichkeit ab; er konnte also weder weggehen noch die Tür zuschlagen.

Alexander Iwanowitsch hüstelte, um der Persönlichkeit seine Ungeduld kundzutun . . . Doch klang dieses Hüsteln wie das eines Abcschützen, den es beim Anblick des Lehrers im Halse zu würgen begann. Was war mit ihm? Woher diese Schüchternheit? Er fürchtete die Persönlichkeit keinesfalls: er fürchtete sich nur vor den Halluzinationen, die ihn in seiner Dachkammer heimzusuchen pflegten, vor der Persönlichkeit wahrhaftig nicht . . .