Später wurde behauptet, der Skandal mit seinem Sohn wäre die Ursache des Sturzes gewesen; ja: auf dem Ball bei den Zukatows war noch ein Mann von hoher staatlicher Bedeutung erschienen; als aber bekannt wurde, wie sein Sohn aus dem Ballsaal geflüchtet war, da wurde auch plötzlich der Fehler des Senators gedacht, angefangen von seinen Überzeugungen bis zu seiner mehr als kleinen Figur; und als am frühen Morgen die druckfeuchten Zeitungen erschienen waren und die Verkäufer mit dem Ruf: »Das Geheimnis des roten Dominos« durch die Straßen rannten, da war jeder Zweifel gewichen.

Apollon Apollonowitsch Ableuchow war endgültig aus der Liste der Kandidaten für den äußerst wichtigen Staatsposten gestrichen worden.

Jene verhängnisvolle Zeitungsnotiz . . . Doch übrigens hier ihr Wortlaut: »Der Geheimpolizei ist es gelungen, festzustellen, daß die in der letzten Zeit vielfach aufgetauchten Gerüchte von einem roten Domino, der sich in den Straßen Petersburgs herumtreibt, auf Tatsachen beruhen; es gelang, auf die Spur des Mystifikators zu kommen: verdächtig ist der Sohn eines hohen Beamten, der einen wichtigen administrativen Posten bekleidet; die Polizei hat die nötigen Maßnahmen ergriffen.«

Mit diesem Tage begann der Untergang des Senators Ableuchow.

Apollon Apollonowitsch Ableuchow wurde im Jahre achtzehnhundertsiebenunddreißig geboren (im Todesjahr Puschkins); seine Kindheit war auf dem alten adligen Gut im Gouvernement Nischrod verflossen; im Jahre achtzehnhundertachtundfünfzig hatte er seine Ausbildung als Hörer der Rechte auf der Hochschule abgeschlossen; achtzehnhundertsiebzig wurde er zum Professor für das Lehrfach F . . . P . . . an der Sankt Petersburger Universität ernannt; seit achtzehnhundertfünfundachtzig war er Vizedirektor und seit achtzehnhundertneunzig Direktor des N. N.-Departements; ein Jahr darauf war er durch einen Allerhöchsten Ukas zum Mitglied des Regierenden Senats befördert; seit dem Jahre neunzehnhundert stand er an der Spitze des Hohen Amtes.

Das ist sein Curriculum vitae.

Ende des sechsten Kapitels.

Siebentes Kapitel

Kohlensäureoblaten

Die grünliche Helle des Morgens sah bereits zum Fenster herein, aber der alte Ssemjonytsch hatte noch kein Auge geschlossen! Er stöhnte fortwährend in seiner Kammer, wälzte sich von einer Seite auf die andere; bald überfiel ihn ein Gähnen, bald mußte er sich jucken, dann wieder — verzeih uns, Herr, unsere Sünden! — kam das Niesen über ihn; und bei alledem noch die verschiedensten Gedanken und, was dergleichen mehr ist: