Leser!

Du kennst das »Plötzlich«. Warum versteckst du dann wie der Vogel Strauß den Kopf in die Federn, wenn du das verhängnisreiche, unabwendbare »Plötzlich« nahen siehst?

Höre also . . . Dein »Plötzlich« schleicht hinter deinem Rücken; du fühlst dich sehr beunruhigt: im Rücken entsteht eine unangenehme Empfindung, als wälzte sich gegen ihn wie gegen eine offene Tür eine Schar Unsichtbarer; du wendest dich und bittest die Wirtin:

»Gnädige Frau, gestatten Sie, daß ich die Tür schließe; ich ertrag’s nicht, mit dem Rücken gegen eine offene Tür zu sitzen.«

Dein »Plötzlich« nährt sich vom Spiel deines Hirns; gern frißt es wie ein Hund die Gemeinheit deiner Gedanken; es schwillt an, du aber schmilzt dann wie ein Licht; sind deine Gedanken gemein und erfaßt dich ein Zittern, dann beginnt das »Plötzlich«, vollgefressen an allerhand Gemeinheit, wie ein gemästeter, unsichtbarer Köter vor dir her zu laufen, und ein Fremder bekommt den Eindruck, als seiest du durch eine schwarze unsichtbare Wolke vor den Blicken verdeckt.


Wir verließen unseren Unbekannten im kleinen Restaurant. Plötzlich wandte sich der Unbekannte rasch um: es schien ihm, als kröche ein widerwärtig-schleimiges Etwas ihm hinter den Kragen und über das Rückgrat hinweg. Hinter seinem Rücken war aber nichts; düster gähnte die Türöffnung des Einganges, und durch die Tür wälzte sich das Unsichtbare.

Da wurde es ihm klar: die von ihm erwartete Person schritt jetzt die Treppe herauf; gleich, sofort wird sie eintreten; aber sie ist noch nicht eingetreten; in der Tür hat sich noch niemand gezeigt.

Doch während mein Unbekannter sich von der Tür abwandte, trat auch schon der unangenehme Dicke herein; während er sich dem Unbekannten näherte, knarrte der Fußboden unter seinen Füßen; sein gelbliches, rasiertes, leicht zur Seite geneigtes Gesicht schwamm gemächlich in dem eigenen Doppelkinn, und dabei glänzte fettig sein Gesicht.

Da wandte sich mein Unbekannter um; die Person winkte ihm freundlich mit der Ohrenklappenmütze: