Lipantschenko blieb in der Mitte des tanzenden Zimmers mit der flackernden Kerze in der Hand stehen; der massige Schattenkörper, Lipantschenkos Seele, hing mit dem Kopfe an der Zimmerdecke; Lipantschenko hatte weder für seinen Schatten noch für die Schatten der Gegenstände irgendwelches Interesse. Ihn interessierte vielmehr ein bekanntes und gar nicht geheimnisvolles Geräusch.
Er empfand einen besonderen Ekel vor Schaben; und jetzt sah er Dutzende dieser Geschöpfe; vom Licht überrascht huschten sie eilig in ihre Löcher zurück; und — Lipantschenko ärgerte sich:
»Ihr Verfluchten! . . .«
Er holte aus der Ecke einen Besen mit langem Stiel, den er dort stehen hatte.
»Na, wartet nur! . . .«
Er stellte die Kerze auf den Fußboden; mit dem Besen bewaffnet, erkletterte er einen Stuhl; der schwere, keuchende Körper streckte sich jetzt nach oben; die Blutgefäße schwollen ihm vor Anstrengung an, die Muskeln wurden ordentlich dick; er jagte mit dem Besen wie besessen hinter dem Haufen davoneilender Schaben her; eins — zwei — drei! — und es knackte unter dem Besen: knack, knack, an den Wänden, an der Zimmerdecke, in der Ecke, da, wo die Etagere stand.
»Acht . . . zehn . . . elf . . .« hörte man ein Flüstern; und nach jedem Knacken fielen schwarze Flecke auf den Boden.
Jeden Abend vor dem Schlafengehen vernichtete er gewohnheitsmäßig einen Haufen Schaben; dann erst begab er sich zu Bett.
Ehe er sich zu entkleiden begann, leuchtete er mit der Kerze unter das Bett (seit einiger Zeit war ihm das zur Gewohnheit geworden).
Jetzt saß er auf dem Bett mit auseinandergehaltenen Beinen, haarig und nackt; deutlich zeichneten sich auf seiner Brust die weiblich runden Formen.