Apollon Apollonowitsch war offensichtlich bemüht, den Seinigen zu zeigen: nun ist alles ins alte Geleise gekommen; er aß wie sonst mit gutem Appetit, machte Scherze und hörte aufmerksam den Schilderungen von Spaniens Schönheiten zu; Nikolai Apollonowitsch spürte, wie sich eine eigentümliche Traurigkeit in seinem Herzen regte; als existiere keine Zeit mehr; als wäre es erst gestern gewesen: er als Fünfjähriger hört zu, wie seine Mutter mit der Gouvernante spricht (die, die Apollon Apollonowitsch dann aus dem Hause gejagt hat); Anna Petrowna erzählt mit Begeisterung:

»Ich gehe mit Sisi und hinter uns her — zwei Schwänze; wir treten in die Ausstellung ein; die Schwänze ebenfalls . . .«

»Nein, diese Frechheit!«

Kolenka sieht sich in einem gewaltigen Raum; eine Menge von Menschen; Damenkleider rauschen (er war einmal in eine Ausstellung mitgenommen worden); in der Ferne sieht er, wie sich über der Menge in der Luft riesengroße, schwarzbraune Schwänze erheben; er bekommt Angst: Nikolai Apollonowitsch wußte damals als Kind noch nicht, daß die Gräfin Sisi mit dem Wort »Schwänze« ihre Verehrer zu bezeichnen pflegte.

Diese Erinnerung an die Angst vor den in der Luft baumelnden Schwänzen ruft jetzt in ihm ein unterdrücktes Gefühl von Unruhe wieder wach; eigentlich sollte er doch Lichutin aufsuchen und sich — überzeugen . . .

Von was — überzeugen?

Er hörte das fortwährende Ticken einer Uhr: tick tack, tick tack; im Kreise lief die Spiralfeder; natürlich nicht hier in den glänzenden Zimmern (etwa unter einem Teppich, wo jeden Augenblick irgend jemand auf die Stelle treten konnte . . .), nein, die Haarfeder lief irgendwo in einer Mistgrube, im Feld, in der Newa: dort irgendwo liegt dieses Ticktackwerk; die Feder läuft im Kreise bis die verhängnisvolle Stunde herannaht . . .

Welcher Unsinn!

Das alles war die Folge des furchtbaren Senatorwitzes, des wahrhaftig grandiosen . . . in seiner Geschmacklosigkeit; davon kam alles: die Erinnerung an die durch die Luft schwebenden Schwänze; und — die Erinnerung an die Bombe.

»Was hast du, Kolenka? Du bist so zerstreut und ißt keine Crême? . . .«