»Das macht gar nichts, Nikolai Apollonowitsch, daß Sie gerade aus dem Bette sind . . . Ich versichere Sie, es hat gar nichts zu bedeuten. Sie sind ja keine Dame, und auch ich bin’s nicht . . . Ich selbst bin nämlich auch erst jetzt aufgestanden . . .«
Vor der Eichentür zum Arbeitszimmer drehte sich Nikolai Apollonowitsch plötzlich zu dem Unbekannten; über beide Gesichter flog ein Lächeln: beide sahen einander erwartungsvoll an.
»Also bitte, . . . Alexander Iwanowitsch!«
»Nur ja keine Umstände . . .«
Der Salon Nikolai Apollonowitschs war der vollständige Gegensatz zu der Strenge seines Arbeitszimmers: er war bunt. Wie . . . der bucharische Schlafrock. Der Schlafrock Nikolai Apollonowitschs setzte sich gewissermaßen in allen Gegenständen des Zimmers fort; so im niederen Sofa, das einem orientalischen Ruhebett aus bunten Geweben glich; der bucharische Schlafrock setzte sich weiter fort im Taburett von verschiedenen Tönen; das Dunkelbraun inkrustiert mit Streifchen aus Elfenbein und Perlmutter; der Schlafrock fand seine Fortsetzung auch in einem Negerschild aus der dicken Haut eines einst erlegten Nashorns, dann im sudanischen, verrosteten Pfeil mit massivem Griff, der — weiß Gott warum — hierher gehängt wurde; endlich setzte sich der Schlafrock in dem gestreiften Pelz eines Leoparden fort, der mit aufgesperrtem Rachen auf den Boden geworfen ward; eine dunkelblaue, türkische Wasserpfeife stand auf dem Taburett und dabei ein dreibeiniges, goldenes Rauchzeug, gebildet aus einer durchlöcherten Kugel, über der ein Halbmond schwebte; das Wunderlichste aber war ein bunter Käfig, in dem von Zeit zu Zeit kleine, grüne Papageien mit den Flügeln zu schlagen begannen.
Nikolai Apollonowitsch reichte dem Besucher das bunte Taburett: der Unbekannte mit dem Schnurrbärtchen setzte sich auf den Rand und zog ein billiges Zigarettenetui aus der Tasche.
»Sie gestatten?«
»Bitte.«
»Sie rauchen nicht?«
»Nein, ich habe diese Gewohnheit nicht.« Und verlegen setzte er sofort hinzu: