Wieder entstand verlegenes Schweigen. Nikolai Apollonowitsch zupfte geärgert am Knopf seines Ruhebetts.

»Alles ist aufgebaut auf Kontrasten! Und meine Tätigkeit für die Gesellschaft brachte mich in die traurigen Regionen des Eises. Hier gedachte man wohl meiner, man vergaß aber, daß ich dort allein war, in einer Leere; und während ich in dieser Leere versank, verlor ich alle Parteivorurteile, alle Kategorien, wie Sie sagen würden: seit Jakutsk habe ich nur eine einzige Kategorie. Und wissen Sie, welche?«

»Welche denn?«

»Die Kategorie des Eises . . .«

»Wie meinen Sie dies?«

Wohl vom Nachdenken oder vom Alkohol nahm hierbei das Gesicht Alexander Iwanowitschs einen seltsamen Ausdruck an. Seine Farbe, ja selbst sein Umfang veränderte sich kraß (es gibt Gesichter, die sich jäh verändern): er schien jetzt ganz berauscht.

»Die Kategorie des Eises — das Eis der jakutischen Gegend; ich trage es immer im Herzen; das ist es, was mich von den anderen scheidet; ja, ja, ja; das Eis scheidet mich: erstens als Menschen, der unter fremdem Namen lebt, und dann hat mir dieses Eis jene besondere Eigenschaft verliehen, durch die ich mich, auch wenn ich unter Menschen bin, in die Un—ermeßlichkeiten versetzt fühle . . .«

Nikolai Apollonowitsch empfand eine seltsame Kälte: sein an die Partei gegebenes Versprechen war ja noch nicht zurückgenommen; von den Worten des Unbekannten wehten so durchdringlich eisige Ebenen; wie sein Vater liebte Nikolai Apollonowitsch nicht die Weite.

Inzwischen stand Alexander Iwanowitsch beim Fenster und lächelte:

»Ein Programm für die Revolution hat unsereiner nicht nötig: das ist etwas für Theoretiker, Publizisten, Philosophen . . .«