Wer aufmerksam gehorcht hatte, war der junge Herr, der oben die Mansarde bewohnte und zufällig in die Hausmeisterwohnung hereingetreten war; er fragte Stjopka über die von ihm erwähnten besonderen Menschen: was diese von dem »Untergang der Welt« prophezeiten und von der Zeit, in welcher dies geschehen werde; noch genauer erkundigte er sich über den fremden Herrn, der ins Dorf gekommen war. Mager war der Herr, litt, wie es schien, und trank auch zuweilen gern ein Gläschen; so daß Stjopka ihm öfters zugeredet hatte:
»Herr, Sie sind kränklich; der Tabak und die Wodka ist für Sie der Tod; auch ich frönte früher diesem Laster, ich trank: dann aber gab ich ein Gelübde . . . Vom Tabak und der Wodka ist alles Böse gekommen; ich weiß auch, wer das Volk mit Wodka vergiftet: der Japaner.«
»Woher weißt du das alles?«
»Von der Wodka? Erstens sagt es selbst Graf Lew Nikolajewitsch Tolstoi — haben Sie sein Büchelchen ‚Der erste Brantweinbrenner‘ gelesen? — Dasselbe sagten aber auch die Leute im Dorf, die besonderen.«
»Und das mit den Japanern?«
»Von den Japanern — das weiß man schon: das wissen alle. Erinnern Sie sich noch an den Sturm, der in Moskau wütete; damals haben die Leute auch dies und jenes gesprochen; es sollen die Seelen der Erschlagenen gewesen sein: sie seien vom Jenseits, hieß es, über Moskau gezogen, denn sie waren ohne kirchlichen Segen von dannen gegangen. Und noch weiter hieß es: es bedeute einen Aufruhr, der in Moskau ausbrechen würde.«
»Und was wird mit Petersburg geschehen?«
»Was da geschehen wird: Die Chinesen errichten hier einen Götzentempel!«
Der junge Herr lud dann Stjopka zu sich in die Mansarde ein: die Wohnung des jungen Herrn war nicht hübsch, es bangte ihn, allein drinnen zu sitzen, da nahm er Stjopka zu sich hinauf und ließ ihn bei sich schlafen.
Er nahm ihn also mit nach oben, ließ ihn vor sich Platz nehmen, holte aus dem Koffer ein zerrissenes Schriftstück und las es Stjopka vor: »Eure politischen Überzeugungen sind mir klar und deutlich: es ist immer derselbe Teufelsspuk, immer dieselbe finstere Nacht; ihr glaubt mir nicht, aber ich weiß es schon zur Genüge: ich weiß, daß ihr es in Bälde erfahren werdet, wie es viele bald erfahren werden . . . Ich aber werde aus den unreinen Krallen befreit.