Zu was ist es nütze? Es regt sich voll Fleiße
Und zaubert leise
Manch farbenschön Kunstwerk hervor.

Zu was ist es nütze? Es regt sich voll Fleiße
Und müht sich leise,
Bis lästiger Staub sich verlor.

Zu was ist es nütze? Kann Antwort nicht geben.
Es steht im Leben:
Ein armer, belächelter Tor.

30.

Die beiden Ersten flink sich regen,
Viel ist an ihrem Tun gelegen.
Sie pochen oft an eure Tür
Und sind euch hilfreich für und für,
Von Liebe oft und Treue zeugend
Und, Künstler, gern der Kunst sich beugend.
Doch ruht ihr, ruhn auch sie.

Das Letzte steht der Arbeit ferne,
Doch fleißig geht’s spazieren gerne,
Schaut sich die Welt von oben an
Und grüßt so höflich, als es kann.
Doch wenn man’s nicht genug beachtet,
Es plötzlich oft zu fliehen trachtet,
O Schreck! mit Windeseile.

Das Ganze strebet voller Güte,
Daß es die ersten zwei behüte.
Trägt’s auch ein schimmerndes Gewand,
Geht’s ihnen doch getreu zur Hand;
Ja, sie vor Schmerzen zu bewahren,
Begibt es selbst sich in Gefahren,
Bereit zu Schutz und Trutze.

Doch fern des Lebens Hast und Mühen,
Sieht man es oft im Walde blühen,
Ein völlig andres Wesen.

31.

Vielseitig und oft reich an Wissen,
Wirkt’s nah und fern. Wer möcht’ es missen?
Wer hätt’ es nie befragt, begehrt?
Wem hätt’ es Freude nie gewährt?
Wird’s nicht geliebt, geschätzt, gepriesen,
Vermag’s nicht, Welten zu erschließen?
Und doch ist Undank es gewohnt
Und bleibt von Leiden nicht verschont.
Ja, manchmal liegt es still und stumm,
Verlassen ganz, nur so herum.
Auch kehrt’s den Menschen oft in Ruh’
Für lange Zeit den Rücken zu.
Doch dem, der’s zu erkennen strebt,
Teilt’s offen mit, was in ihm lebt,
Wird ihm Gefährte stiller Stunden
Und bleibt ihm oft als Freund verbunden.
Zwar laß mit jedem dich nicht ein
Und wert’ es nicht nach äußerm Schein!
Wie es gekleidet, wie es heiße,
Ob es auch Gold und Pracht dir weise,
Bedenk’: was dir soll wahrhaft frommen,
Das muß aus seinem Innern kommen.