Und wenn sie, wißt,
Belesen ist,
Wird sie uns wert
Und heiß begehrt –
Nun nennet sie geschwind!
27.
Nicht der Wind ist’s, doch ein himmlisch Kind,
Dem der Erde Fluren dankbar sind.
Leuchtend in der Morgensonne Strahlen,
Grüßt’s den jungen Tag zu tausend Malen;
Und wird’s Abend, sinkt der Sonne Licht,
Zeigt sich’s still oft, wie in Tränen, nicht?
Doch es schwindet, lautlos, wie’s erschien,
Konnt’ erfahren nicht, woher, wohin.
Mußt die Lüfte, Halm und Blättlein fragen,
Denn die wissen es vielleicht zu sagen.
28.
Ein buntes Wandervöglein ist’s,
Zieht hier- und dorthin seine Bahn
Und wagt sich in die weite Welt,
Selbst über Berg und Ozean.
Zum Dienst der Menschen stets bereit,
Heimisch in jedem Erdenland,
Bringt Botschaft es von Ort zu Ort
Und manchen Gruß von lieber Hand.
Still und bescheiden von Natur,
Gedrückt in eine Ecke gar,
Läßt’s doch erkennen Wert und Art
Und seine Herkunft immerdar.
Je seltner es sich blicken läßt,
Desto geschätzter pflegt’s zu sein.
Das Wandervöglein, kennst du’s nicht?
Kehrt’s nicht bei dir auch aus und ein?