Doch siehe! in Garten, Wald und Gefild
Erkennst du’s als wundersam feines Gebild:
Inmitten von Blüten wächst es heran,
Aus zartesten Glöcklein blickt es dich an
Und bürget heimlich auf Erden
Für neues Werden.

96.

Der – zieht des Weges auf der Menschheit Höh’n,
Ihm ist zu eigen der Gedanken Hort.
Die – ist gar mannigfach, bald rauh, bald schön,
Und tönet durch Jahrhunderte oft fort.

97.

Grenzenlos ist das Erste,
Gleicht der Unendlichkeit;
Aber das Zweite währet
Nur eine flüchtige Zeit.

Lichtfrohe Kräfte entfaltend,
Zeigt’s euch der Erde Pracht,
Naht mit der Morgenröte
Und erstirbt in der Nacht.

Wollet das Ganze nicht schelten!
Brächt’ es nicht Mühen und Pflicht,
Wäre so süß nicht die Ruhe,
Freude nicht mehr so licht.

98.

Verborgnen Quellen pflegt es zu entsteigen,
In seinem Schimmer spiegelt sich die Welt.
Doch nur, wo Menschen weilen, kann sich’s zeigen,
Und keiner lebt, dem es sich nie gesellt.

Es dringt hervor in lichten Tagesstunden,
Es birgt im Schoß sich der verschwiegnen Nacht.
Ob stumm auch, mag es tiefstes Glück bekunden,
Trägt’s alles Leid, das Menschen weinen macht.