93.

Es ist begrenzt im Raume,
Ist eines Ganzen Teil;
Doch mag es sein, daß Liebstes
Verborgen in ihm weil’.
Nicht Menschen gibt es Obdach,
Doch nimmt es still in Hut,
Was sie ihm anvertrauen
An mannigfachem Gut.

Es ist begrenzt im Geiste
Und schließt doch Welten auf,
Oft Halt und Richtung gebend
Dem ganzen Lebenslauf.
Jugend pflegt’s zu ergreifen
Mit ihrer frischen Kraft
Und wächst oft, treu ihm bleibend,
Heran zur Meisterschaft.

94.

Erst wenn dem Blick der Menschen es entschwunden,
Wird seine Kraft als segensreich empfunden,
Das Halt zu leihen schweigend ist bereit,
Ein Retter oft in sturmbewegter Zeit.

Doch woll’ den letzten Laut zu Häupten stellen:
Dann pflegt sich’s einem Stärkern zu gesellen,
Schmiegt sich ihm an und strebt zu ihm hinan,
Denn haltbedürftig ist es selber dann.

95.

Es ging an deiner Hand oft spazieren,
Wohl auf und nieder; du wiesest den Pfad.
Es half dir so manchmal beim Schreiben, Addieren:
War’s nicht dein frühester Schulkamerad?
Sein Leben gibt’s für die Kleinen –
Und stammt doch von Steinen.

Dem Dienste von Meistern auch ist es ergeben
Und stehet vielfach in Ehren und Gunst,
Betätigt sich’s doch mit schönem Bestreben
In seinem Bereiche bildender Kunst.
Auch schreib’ es getreue Berichte
Ins Buch der Geschichte.