Sie schüttelte sich, gähnte, rückte die seidenen Kissen bequemer und versuchte zu schlafen. Plötzlich aber kam ihr eine neue Sorge. Leichtsinnig wie alle jungen Mädchen saßen ihre Kinder sicher draußen auf dem Balkon, in dünnen Batistkleidern. Seufzend streckte sie die Hand nach der Klingel aus, besann sich aber auf halbem Weg und stand auf, um selbst nach ihnen zu sehen. Sie fand die Mädchen auf dem breiten Hauptbalkon und, wie sie vermutete, in dünnen, weißen Kleidern. Fröstelnd trat sie zu ihnen und sah prüfend auf die jungen, frischen Gesichter.

»Friert euch nicht, Kinder?«

»Aber Mama, wir sitzen die ganze Zeit in der Sonne.«

»Ohne Hut und Schirm, das sollt ihr eben nicht.«

Nun lachte Frida, die Älteste, und sagte:

»Dafür mußt du Hugo schelten. Er hat es uns erlaubt.«

Scherzhaft mit dem Finger drohend, wandte sich Frau von Kletten jetzt an den jungen, eleganten Mann, der lang und nachlässig im bequemsten Sessel lag.

»Sie bringen mich noch um meine Töchter, lieber Hugo.«

Ein feiner Doppelsinn lag in ihren Worten, und er machte eine komische Gebärde des Entsetzens.

»Doch nicht um beide, gnädige Frau.«