»Du weißt,« sagte er, »Vater läßt schwer mit sich über Geschäfte reden.«

Sie aber war sehr zornig.

»Daß der Wald nicht längst uns gehört, ist deine Schuld. Die früheren Klausen hätten natürlich nie daran gedacht, daß Fremde heraufkommen könnten. Aber als sie vor sechs Jahren zu bauen anfingen, hättest du daran denken müssen. Vom Vater konnte man so etwas nicht verlangen. Er war immer so – du weißt wie ich meine – zäh am Hergekommenen – – aber du – –, wenn sie jetzt den Wald niederreißen und eine Stadt aufbauen, kannst du dir vorstellen, wie das hier oben aussehen wird?«

Es war der erste ernstliche Zwist, den die Geschwister miteinander hatten, und Stephan sann nach, wie er das erregte Mädchen begütigen könne.

»Den ganzen Wald niederreißen, aber Maria, davon kann keine Rede sein. Da müßten sie ja den ganzen Berg wegräumen. Ich glaube auch, daß sie weiter hinauf nicht mehr bauen, denn sie finden keinen Schutz gegen den Wind. – Und wenn sie auch den ganzen Berg wegräumten und eine Stadt hier oben erbauten, du und ich, Maria, würden das kaum mehr erleben.«

Da trat sie dicht an ihn heran und sagte leidenschaftlich: »Du bist ein schlechter Klausen.«

Dann ließ sie ihn stehen und ging in das Haus.

Obwohl es Mittag war und Stephan wußte, daß seine Mutter auf ihn wartete, folgte er doch nicht, sondern blieb bei der Mauer stehen, wo er gerade stand. Und die Luft wurde voll mit einem merkwürdigen Getöse, und von allen Seiten klang es zu ihm: »Du bist ein schlechter Klausen.«

Aber nein – das war nur die Glocke, die die Leute zu Mittag rief. Und Stephan starrte auf die Knechte, die über den Hof kamen. Derbe, tüchtige Leute, erfahren und erprobt. Bauern von oben bis unten und den Klausen zäh ergeben. – Und einmal würde er Herr sein über diese Leute – ein schlechter Herr – ein schlechter Klausen – ja, er hatte es längst gespürt.

Schweißtropfen traten auf seine Stirn, und er wischte sie ungeschickt hinweg. Dann schritt er langsam um den Hof. Ohne jede Zierlichkeit, ein breiter, massiver Kasten lag er da. Aber vornehm durch sein Alter und seine Weltgeschiedenheit. Das Stammhaus der Klausen, 1300 Meter hoch, mit rissigen, sturmfesten Mauern, der ragenden Windmühle dahinter, und über dem Tor in roter, verblichener Farbe den trotzigen Spruch: