»Du Reinste der Reinen, hilf!«
– – – »Warum kommt denn jetzt Josef nie mehr herauf?« fragte die Bäuerin einmal an einem solchen Abend in der klagenden, kindischen Weise, die sie sich seit dem Unglück mit ihrem Mann angewöhnt hatte, »seid ihr denn nimmer gut zusammen, Stephan?« Stephan, der gerade, wie nun schon so oft in allerletzter Zeit, in merkwürdig ausschauenden Büchern blätterte, schloß das Buch und blickte unsicher auf Maria.
»Wir haben nichts gegeneinander, Mutter.«
»Aber früher kam er doch so oft.«
»Ich glaube, diesen Winter sind die Wege so verschneit.«
»Für einen Mann wie Josef? Das ist zum Lachen!«
»Ei ja ...«
Stephan hielt das Buch geschlossen und sah sich nachdenklich im Zimmer um. Dann sagte er plötzlich und unvermittelt:
»Ich wollte dich schon längst etwas fragen, Mutter. Hängst du sehr an der Stube, so wie sie ist?«
»Was meinst du?«