Tieferschrocken blickte sie Stephan an, und Stephan, dem plötzlich das Ungeheuerliche seiner Gedanken klar wurde, sagte hastig:

»Nein, nein ... so meinte ich es gewiß nicht. Der Klausenhof ist ein ehrsamer Hof ...« und dann noch hastiger, energischer, wie um ein für allemal mit solchen Gedanken Schluß zu machen, »aber so kann das nicht weitergehen, Mutter ... so mit der vielen Arbeit für dich und Maria ... Du weißt, daß der Vater gern gesehen hätte, wenn ich die Agnes herbrächte ...«

Nun schluchzte die Bäuerin in Schmerz und Freude.

»O, Stephan, wenn du wüßtest, wie oft ich schon daran gedacht habe.«

»So ist es dir recht, Mutter?«

»Ja ... sehr, sehr recht, Stephan.«

»Und dir, Maria?«

Er sah voll in ihre starren, weitoffenen Augen und hielt den tausend Fragen ihrer brennenden Blicke stand. Und weil keine Muskel seines Gesichtes zuckte und kein Härchen seiner Wimpern bebte, wurde sie an ihm irre und sagte wie erlöst:

»Ja ... es wäre gut, Stephan.«

Gott sei Dank! Es kam plötzlich wie eine Erschöpfung über ihn, und er fuhr sich mit zittrigen Händen über die Stirn.