»Oh, ich weiß nicht, aber ich denke, wenn ich Englisch gründlich wüßte, so könnte mir das viel Geld einbringen.«
»Wo?« frug sie.
»Natürlich nicht hier!« entgegnete ich und wandte verlegen den Kopf.
Wir waren wieder mit dem Scheuern beschäftigt, und sie widmete sich dieser Arbeit jetzt mit doppeltem Eifer.
Nachdem die ganze Küche glänzte und prangte und wir wieder bei unserer Schale Kaffee saßen, begann die Köchin wieder:
»Sie müssen trachten, daß Sie die Stunden an einem Freitag abend haben können, denn die Herrenleute sind dann aus und kommen vor elf Uhr nicht nach Hause. Glauben Sie, daß Sie bis dahin zurück sein können?«
Mein Entzücken war unbeschreiblich; ich hätte dieser guten, einfachen Person um den Hals fallen mögen. »Was denken Sie,« rief ich und faltete im Übermaß meiner Freude beide Hände wie zum Gebet, »ich werde schon viel früher zurück sein, da ist nur eines,« sagte ich, wieder kleinlaut werdend, »wird der Hausknecht mich nicht verraten?«
»Lassen Sie das nur, mit dem werde ich ein Wort reden.«
Wir beschlossen dann noch, daß ich mich nach einer Lehrerin umsehen sollte, die in der Nähe wohnte, und die Sache war für dieses Mal erledigt.
Die nächsten Tage beschäftigte ich mich, so oft ich mit den Kindern ausging, die an den Häusern angebrachten Schilder zu lesen. Endlich fand ich, was ich suchte. »Musik- und Sprachlehrerin«, lautete es auf einer schwarzen Granittafel, und die Granittafel hing an einem sehr vornehm aussehenden Hause. Obwohl mir das feine Haus einige Schüchternheit einflößte, wäre ich doch am liebsten gleich hineingegangen, und nur der Umstand, daß die Kinder mit mir waren, hielt mich davon zurück. Sie waren alt genug, um alles zu verstehen, und hätten sicher alles haarklein ihrer Mutter erzählt, die zwar sehr gut zu mir war, doch sich stets in sehr einfachen Kreisen bewegt hatte und, wie die Köchin richtig bemerkte, nur Hochmut darin gesehen hätte.