Ich bin nicht Ich noch du: du bist wohl Ich in mir:
Drum geb ich dir, mein Gott, allein die Ehrgebühr.

Mir dient die ganze Welt, ich aber dien allein
Der ewgen Majestät: wie edel muß ich sein!

Nichts ist, als Ich und du: und wenn wir zwei nicht sein,
So ist Gott nicht mehr Gott und fällt der Himmel ein.

Wie ist mein Gott gestalt't? Geh, schau dich selber an,
Wer sich in Gott beschaut, schaut Gott wahrhaftig an.

Ich bin Gotts Kind und Sohn, er wieder ist mein Kind:
Wie gehet es doch zu, daß beide beides sind!

Ist Gottes Gottheit mir nicht inniglich gemein,
Wie kann ich dann sein Kind und er mein Vater sein?

Ich bete Gott mit Gott aus ihm und in ihm an:
Er ist mein Geist, mein Wort, mein Psalm und was ich kann.

Nichts dünkt mich hoch zu sein: ich bin das höchste Ding,
Weil auch Gott ohne mich ihm selber ist gering.

Gott ist mein Stab, mein Licht, mein Pfad, mein Ziel, mein Spiel,
Mein Vater, Bruder, Kind und alles, was ich will.