Ich bin ein ewig Licht, ich brenn ohn Unterlaß:
Mein Docht und Öl ist Gott, mein Geist, der ist das Faß.
Ich trage Gottes Bild: wenn er sich will besehen,
So kann es nur in mir, und wer mir gleicht, geschehen.
Dafern mein Will ist tot, so muß Gott, was ich will:
Ich schreib ihm selber vor das Muster und das Ziel.
Gar unausmeßlich ist der Höchste, wie wir wissen,
Und dennoch kann ihn ganz ein menschlich Herz umschließen!
Ruh ist das höchste Gut: und wäre Gott nicht Ruh,
Ich schließe für ihm selbst mein Augen beede zu.
Wir beten: es gescheh, mein Herr und Gott, dein Wille:
Und sieh, er hat nicht Will: er ist ein ewge Stille.
Schau, alles, was Gott schuf, ist meinem Geist so klein,
Daß es ihm scheint in ihm ein einzig Stüpfchen sein.
Eh ich noch etwas ward, da war ich Gottes Leben:
Drum hat er auch für mich sich ganz und gar ergeben.
Fragst du, mein Christ, wo Gott gesetzt hat seinen Thron?
Da, wo er dich in dir gebieret, seinen Sohn.