Laß doch nicht ab von Gott, ob du sollst elend sein:
Wer ihn von Herzen liebt, der liebt ihn auch in Pein.
Mensch, rede recht von Gott: er haßt nicht sein Geschöpfe
(Unmöglich ist es ihm), auch nicht die Teufels-Köpfe.
Das Wesen Gottes macht sich keinem Ding gemein
Und muß notwendig doch auch in den Teufeln sein.
Mensch, des Gerechten Schlaf ist mehr bei Gott geacht't,
Als was der Sünder bet't und singt die ganze Nacht.
Der Punkt der Seligkeit besteht in dem allein,
Daß man muß wesentlich aus Gott geboren sein.
Räum weg und mache Luft, das Fünklein liegt in dir,
Du flammest es leicht auf mit heilger Liebsbegier.
Mein Christ, du mußt dich selbst durch Gott vom Schlaf erwecken,
Ermunterst du dich nicht, du bleibst im Traume stecken.
Die Sinnen sind im Geist all' ein Sinn und Gebrauch:
Wer Gott beschaut, der schmeckt, fühlt, riecht und hört ihn auch.
Wer Gott so leicht entbehrn, als leicht empfangen kann,
Der ist auf allen Fall ein rechter Heldenmann.