Du sprichst, du wirst noch wohl Gott sehen und sein Licht:
O Narr, du siehst ihn nie, siehst du ihn heute nicht.
Mensch, alls, was außer dir, das gibt dir keinen Wert:
Das Kleid macht keinen Mann, der Sattel macht kein Pferd.
Weil die Geschöpfe gar in Gottes Wort bestehn:
Wie können sie dann je zerwerden und vergehn?
Das Ende krönt das Werk, das Leben ziert den Tod:
Wie herrlich stirbt der Mensch, der treu ist seinem Gott.
Man wünschet ihm den Tod und fliehet ihn doch auch:
Jen's ist der Ungeduld und dies der Zagheit Brauch.
Gott kann nichts Böses woll'n: wollt er des Sünders Tod
Und unser Ungelück, er wäre gar nicht Gott.
Mensch, stirbest du nicht gern, so willst du nicht dein Leben:
Das Leben wird dir nicht als durch den Tod gegeben.
Zum Himmel ist die Erd' ein einzigs Stäubelein:
O Narr, wie kann in ihr dann etwas großes sein?
Die Meinungen sind Sand, ein Narr, der bauet drein,
Du baust auf Meinungen, wie kannst du weise sein?