Du sprichst: die Heiligen sind tot zu unsrer Not:
Der weise Mann, der spricht: den Narren sind sie tot.

Gott sieht nicht über sich, drum überheb dich nicht:
Du kommst sonst mit Gefahr aus seinem Angesicht.

Mensch, die Figur der Welt vergehet mit der Zeit,
Was trotz'st du dann so viel auf ihre Herrlichkeit?

Ich sag, es stirbet nichts: nur daß ein ander Leben,
Auch selbst das peinliche, wird durch den Tod gegeben.

Kein Tod ist herrlicher, als der ein Leben bringt,
Kein Leben edler, als das aus dem Tod entspringt.

Gott selber, wenn er dir will leben, muß ersterben:
Wie denkst du ohne Tod sein Leben zu ererben?

Ich sterb und leb auch nicht: Gott selber stirbt in mir:
Und was ich leben soll, lebt er auch für und für.

Ich sterb und lebe Gott: will ich ihm ewig leben,
So muß ich ewig auch, für ihm den Geist aufgeben.

Ich glaube keinen Tod: sterb ich gleich alle Stunden,
So hab ich jedesmal ein besser Leben funden.