Gott ist ein Organist, wir sind das Orgelwerk,
Sein Geist bläst jedem ein und gibt zum Ton die Stärk.
So schön die Laute sich aus eignen Kräften schlägt,
So schön klingt auch die Seel, die nicht der Herr bewegt.
Den Bräutgam deiner Seel verlanget einzuziehen,
Blüh auf: er kommet nicht, bis daß die Lilgen blühen.
Die Schönheit lieb ich sehr: doch nenn ich sie kaum schön,
Im Fall ich sie nicht stets seh unter Dornen stehn.
Was ist nicht sündigen? Du darfst nicht lange fragen:
Geh hin, es werdens dir die stummen Blumen sagen.
Gott ist nur alles gar: er stimmt die Saiten an,
Er singt und spielt in uns: wie hast dann du's getan?
Ein Herze, das zu Grund Gott still ist wie er will,
Wird gern von ihm berührt: es ist sein Lautenspiel.
Die Sonn erreget alls, macht alle Sterne tanzen,
Wirst du nicht auch bewegt, so g'hörst du nicht zum ganzen.
Blüh auf, gefrorner Christ, der Mai ist für der Tür:
Du bleibest ewig tot, blühst du nicht jetzt und hier.