Gott wohnt in einem Licht, zu dem die Bahn gebricht;
Wer es nicht selber wird, der sieht ihn ewig nicht.

Gott opfert sich ihm selbst: Ich bin in jedem Nu
Sein Tempel, sein Altar, sein Betstuhl so ich ruh.

Gott ist ein lauter Nichts, ihn rührt kein Nun noch Hier:
Je mehr du nach ihm greifst, je mehr entwird er dir.

Gott gibet niemand nichts, er stehet allen frei:
Daß er, wo du nur ihn so willst, ganz deine sei.

Gott ist in mir das Feur, und ich in ihm der Schein:
Sind wir einander nicht ganz inniglich gemein?

Daß Gott so selig ist und lebet, ohn Verlangen,
Hat er sowohl von mir, als ich von ihm empfangen.

Gott liebt mich über sich: lieb ich ihn über mich,
So geb ich ihm so viel, als er mir gibt aus sich.

Ich bin so reich als Gott, es kann kein Stäublein sein,
Das ich (Mensch, glaube mir) mit ihm nicht hab gemein.

Gott ist ein Wunderding: er ist das, was er will,
Und will das, was er ist, ohn alle Maß und Ziel.