Worauf Heinrich erwiderte: »Jost, das mag nicht sein.«
Und jener: »Was soll die Wette gelten? Ich will es Sankt Martin geloben.«
»Was du setzest, Jost; ich setze dagegen.«
»Wohlan denn, Heinz, ich wette mit dir um das Töpfchen, was in deiner Truhe liegt und das dir der Meister Spittler vom Deutschherrenhause geschenkt hat und setze dir dagegen mein welsches Weidmesser, dessen Griff mit Silber eingelegt ist.«
Heinrich sprach: »Das gilt.«
Da geschah es, daß Jost Seydlin dreimal den Nagel auf den Kopf traf und damit den Preis und zugleich Heinrichs Vase der Zufriedenheit gewann. Jost Seydlin war ein schmucker Geselle, und die Mägdlein sahen heimlich und offen auf ihn und lächelten ihm auch wohl zu; Heinrich aber war verdrießlich.
Ein Tanz im Grünen folgte auf das Schießen, und da tat sich Jost auch regsam hervor und war vergnügt.
Des anderen Tages öffnete Heinrich die Truhe und gab seinem Mitgesellen das Gefäß, das jener gewonnen hatte, und dachte bei sich:
»Nun ist es mit der Zufriedenheit wieder aus! Meister Altfried, der deutsche Herr, hat es gewiß gut mit mir gemeint. Doch sei es! ich bin nicht geboren, um zufrieden zu sein.«
Jost Seydlin betrachtete das Ding eine Weile und hatte sein Behagen daran; nach einiger Zeit aber sprach er: »Das wird einem schönen Weibe besser in die Nase duften als mir;« und schenkte es der Meisterin. Diese nahm es willig an, weil die Vase überaus zierlich war, und stellte das Geschenk mit freundlichem Danke in ihren Almer zu Kräutern und Heilsalben, die von Zeit zu Zeit für das Haus gebraucht wurden. So besaß nun Frau Walburga das Gefäß, das Heinrich Harers Zufriedenheit sollte sein. Sie aber sprach zu sich: