„Was heißt das?“ fragte er befremdet.

„Das heißt,“ sagte Mette kühl, während ihr das Herz zum Zerspringen klopfte, „daß meine Tante Sie hergerufen hat, und daß ich allem mißtraue, was mir von dieser Seite kommt. Wahrscheinlich hat sie die Absicht, mich in ein Irrenhaus zu sperren, und Sie sollen konstatieren, daß ich geistig defekt bin. Sie hat mir so was Ähnliches schon einmal angestellt, als ich noch ein kleines Kind war. Aber wenn Sie Psychiater sind, so werden Sie wissen, daß das Gefühl, auf den Geisteszustand beobachtet zu werden, in den normalsten Menschen etwas Irrsinnähnliches auslösen kann. Und Sie werden mir das in Anrechnung bringen.“

Der Arzt lächelte – ein feines Lächeln.

„Ich habe nicht die geringste Veranlassung, an Ihren außerordentlichen geistigen Fähigkeiten zu zweifeln – im Gegenteil – kein Mensch zweifelt daran. Und kein Mensch denkt daran, Sie in ein Irrenhaus sperren zu wollen. Ich bin hergekommen, um mich ein wenig mit Ihnen zu unterhalten – aus wissenschaftlichem und menschlichem Interesse. Darf ich ein paar Fragen an Sie richten?“

„Gewiß!“ sagte Mette. „Aber ich würde wahrscheinlich imstande sein, präziser auf diese Fragen zu antworten, wenn Sie mir gestatteten, dabei eine Zigarette zu rauchen.“

„Gern!“ sagte der Professor zuvorkommend.

Mette nahm den Zigarettenkasten vom Schreibtisch und bot ihm an.

Er nahm, und während er sein Feuerzeug aufknipste und ihr das Flämmchen hinüber reichte, fragte er in beiläufigem Ton:

„Sie sind passionierte Raucherin?“

„Ich habe es mir beim Lernen angewöhnt,“ sagte sie. „Es hilft mir, die Gedanken zusammen zu halten. Und da ich doch den Verdacht noch nicht ganz los bin, daß Sie mir aus irgendeiner dummen Antwort einen Schwachsinn konstruieren ...“