„Ist das dein Ernst?“ fragte Mette zaghaft. „Ich denke immer, dein Schönheitssinn muß Qualen leiden! Diese Bilder ... und das Makartbukett und die Plüschgarnitur ...“
„Prachtvoll!“ sagte Olga. „Das muß doch überhaupt so sein. Ich wäre geradezu enttäuscht, wenn diese kämpfenden Hirsche nicht hier wären, oder die duftigen Empiremädchen unter dem blühenden Apfelbaum. Glaubst du, ich möchte im Hotel zum blauen Sternen Chippendale-Möbel finden oder einen Kokoschka? Gott soll mich bewahren! Ich finde es einfach himmlisch!“
Mette packte den Handkoffer aus, breitete Nachthemden über die Betten, stellte Flaschen und Dosen auf den Waschtisch. Olga ging mit unhörbaren Schritten im Zimmer hin und her, pfiff mit leisen, süßen Flötentönen vor sich hin, blieb vor jedem Bild stehen, betrachtete es mit kindischem Entzücken und erzählte eine lange romantische Geschichte dazu.
„Hier!“ sagte Mette und legte ihren seidenen Kimono über einen Stuhl, „den kannst du anziehen.“
„Und du?“
„Ich hab’ noch einen Frisiermantel, der genügt mir.“
Olga legte Rock und Bluse ab und wickelte sich in den Kimono.
„Wundervoll,“ sagte sie, „nun müßte ich nur noch warme Füße haben und die Haarnadeln aus dem Kopf. Dann bin ich wunschlos glücklich.“
Sie rollte einen Sessel vor den Gasofen und fing an, sich die hohen Stiefel aufzuschnüren.
„Soll ich dir helfen?“ fragte Mette dienstbereit.