Immer, wo Liebe ist, ist Leid. Und fast immer, wo zwei sich lieben, leidet ein Dritter.

Es wäre unsinnig, deswegen zu klagen oder anzuklagen.

Nur Kinder sollten nicht darunter leiden müssen.

Es ist genug, wenn man sie mit Frühaufstehen peinigt und mit Schularbeiten und mit langweiligen Sonntags-Spaziergängen.

Aber von Haß und Liebe und Eifersucht, von solchen Dingen sollten Kinder nicht zu leiden haben. – – –

Mette wurde in die Schule geschickt.

Dafür, daß man ihr das Fräulein genommen hatte, rächte sie sich nun, indem sie sich dagegen wehrte, irgend etwas zu lernen.

Während der Schulstunden schickte sie ihre Gedanken auf Wanderschaft. Manchmal schlug irgend etwas an ihr Ohr, das ihr Interesse weckte. Dann war die Versuchung da, hinzuhören, und man mußte eine gewisse Kraftanstrengung anwenden, um an etwas anderes zu denken.

Aber diese Versuchung kam nicht oft.

Es dauerte über ein Jahr, bis dieser trotzige Widerstand nach und nach zerbröckelte.