Mette sank in sich zusammen. „Es ist gut so,“ sagte sie leise, „es ist auch ganz gut so.“

Sie hatte ein eigenartiges Empfinden. Es war wie eine Wohltat, daß jede Form zerstört war, die dieser Geist geschaffen hatte. Nicht einmal ein Zimmer war mehr auf der Welt, das diese Hände, dieser Sinn geordnet hatten und in das ein Teil ihres Wesens gebannt geblieben wäre. Metten war halb unbewußt so zumute, als hätte man durch das Umrücken von Möbelstücken Steine aus einer Kerkerwand gebrochen.

Nun war Olga Radó ganz frei.

Ein leiser Windhauch bewegte den offenen Fensterflügel und hob die Gardine. Eine süße weiche Kühle strich über Mettens brennende Augen. Sie lächelte.

„Es ist gut so!“ sagte sie noch einmal.

Sie wußte plötzlich, daß Olga ihre Briefe nicht erhalten hatte. Sie hätte nicht danach zu fragen brauchen.

Aber Peterchen wär schließlich der einzige Mensch, an dessen Meinung ihr noch ein wenig gelegen war. Sie hatte das Gefühl, sich vor ihm rechtfertigen zu müssen.

„Ich habe dreimal an Olga geschrieben!“ sagte sie.

„Ich habe es mir beinah gedacht,“ sagte Peterchen mit trübem Lächeln. „Sie hat nie eine Zeile erhalten.“

„Du wüßtest es sonst?“