„Olga!“ sagte Mette. „Wie kommst du darauf?! Wozu soll man Arabisch lernen, was man nie im Leben braucht?!“
„Brauchen?“ fragte Olga. „Lernt man Sprachen, um sie zu brauchen? Glaubst du, daß mir jemand imponiert, der in zweiundzwanzig Sprachen ein Zimmer mit zwei Betten bestellen kann? Das kann man doch auch praktischer mit alba duo abmachen. Wenn ich Sprachen lerne, so ist das ein rein psychologisches Interesse. Wie ein Satz sich aus Zeichen aufbaut – darin spiegelt sich die Seele eines ganzen Volkes. Ähnlichkeit der Sprache, das macht Verwandtschaft, das ist Verwandtschaft – aber nicht, ob der Haardurchschnitt dreikantig oder elliptisch ist“ – – –
Erst als Mette sich den Hut aufsetzte, um zu gehen, sagte Olga plötzlich:
„Willst du mir einen Gefallen tun, Mette?“
„Jeden!“ sagte Mette mit Überzeugung.
„Aber es ist keine leichte Aufgabe – ich“ ...
„Desto besser!“
„Nein, nein, keine romantische Heldentat. Etwas ganz kleinlich Unangenehmes!“ Sie nagte die Lippen und zögerte. „Ich würde es gern anders machen, aber ich weiß wirklich nicht wie. Du sollst etwas tun, was du sicher in deinem ganzen Leben noch nicht getan hast. Du sollst für mich etwas aufs Leihamt tragen.“
Mette lachte hellauf. „Da unterschätzt du mich bedeutend. Das Leihhaus ist eine meiner vertrautesten Kindheitserinnerungen!“
„Aber Mette!“