„Und was soll ich mit meiner freien Zeit anfangen?“ fragte Mette unüberzeugt.

„Lernen, studieren! Nimm Unterricht in fremden Sprachen! Höre Vorträge über Literatur und Kunstgeschichte! Da bist du meiner Unterstützung immer sicher. Zu diesem Zweck kannst du auch meine Börse in Anspruch nehmen, soviel es dir beliebt. Das weißt du!“ – – –

Herbstlicher Regen prasselte auf das Blech der Fenstersimse.

Olga hatte die Vorhänge zugezogen und zusammengesteckt. In dem sanften Lichtkreis der buntverschleierten Lampe schwebte und wallte der bläuliche Nebel der Zigaretten.

Olga lag auf dem Diwan, bäuchlings, die Ellbogen in einen Berg zerdrückter Seidenkissen gestützt. Im Sessel kauerte Mette mit hochgezogenen Füßen, und auf dem Schreibtischstuhl hockte Peterchen.

„Ja,“ sagte Mette trübselig. „Ich hatte so schöne Pläne und nun wird wieder nichts daraus. Ich wollte so gerne irgendeinen Beruf ergreifen und Geld verdienen. Aber mein Vater sagt, ich hätte genug.“

„Sei doch froh,“ sagte Olga. „Es gibt nichts Angenehmeres, als Geld zu haben und es auszugeben. Und nichts Widerlicheres, als es zu brauchen und nicht zu haben.“

„Ich hab’ es doch aber nicht!“ widersprach Mette. „Das ist’s ja eben! In der Theorie hab’ ich es! In der Praxis brauch’ ich es und hab’ es nicht!“

„Du brauchst es!“ sagte Olga entrüstet. „Lächerlich! Wozu denn? Um mir Orchideen mitzubringen. Wenn ich Tante Emilie wäre, ich würde dir ja dein Taschengeld entziehen. Wenn ich noch auf solche phantastische Ideen käme. Geld zu verdienen, mein’ ich. Geld verdienen zu wollen, wenn wir uns korrekt ausdrücken wollen.“

„Du hättest es sicher leicht!“ sagte Peterchen. „Du mit deinen eminenten Begabungen!“