»Wir machen eine kleine Lotterie, Väterchen. Etwas Amüsement müssen sie doch haben. Bei Kählers haben sie im Garten gespielt – aber der fehlt uns ja leider!«
»Und was ist hier los?«
»Ja, das geht nun wirklich nicht anders, wir mußten heute schon einmal auf deinem Sofatisch decken. Sieh, die eine Tochter hast du doch auch noch nur!«
»Ja, Gott sei Dank! Wenn diese heillose Wirtschaft sechsmal im Jahre sein sollte, ginge ich lieber auf und davon!«
Übrigens blieb ihm auch heute nach der schnell und stumm erledigten Mahlzeit nichts anderes übrig, denn seine Damen erklärten, die Flügeltüren, die seine Stube vom Eßzimmer und Salon trennten, dürften auf keinen Fall geschlossen sein. Es sehe zu wenig herrschaftlich aus, wenn man nur noch in ein einziges Zimmer hineinsehen könnte.
Mit dem grollenden Ausruf: »Wenn bei euch nur alles ›aussieht‹, dann seid ihr zufrieden. Wie es ›ist‹, das bleibt Nebensache!« verließ er die Wohnung. – Er tat ganz gut daran, denn viel Freude hatte an diesem Nachmittag kein einziger von den Veranstaltungen, am allerwenigsten Hulda, die schon ganz erschöpft war vom Hin- und Herspringen. Als aber Lena ihr zum dritten Male mit großer Wichtigkeit Anweisungen gab, wie sie die Tassen zu reichen und die Torten zu bringen hätte, und daß sie um Himmels willen keine Schokolade verschütten möchte, da riß der Geplagten ihr Geduldsfaden:
»Einen solchen Aufstand zu machen um solche dummen Dinger! Da mögen sie sich alleine bedienen, wenn alle so klug sind; ich wenigstens tue es nicht!«
Es bedurfte einer aufgeregten und langen Auseinandersetzung, um sie überhaupt wieder in Gang zu bringen. Und zur Harmonie des Festes trug auch dann noch ihr verweintes Gesicht nicht bei.
Als am Abend Hanni und Käte Arm in Arm heimgingen, seufzte letztere: »Ach, Hanni, mir ist so bange, wie es nach deinem Fortgehen werden wird. Von Lena hat man doch zu – zu wenig!«
»Käte, wir wollen jetzt nicht darüber sprechen. – Sieh, sie haben uns doch heute eine Freude machen wollen!«