»Nein, das alles verstehe ich schon großartig! Nein, Literatur, Lektüre – all so was!«
»Nun, wir müssen es mit den Eltern bereden! Einstweilen schlägt kein Schnee ans Fenster, sondern die Fliederbüsche. Da wollen wir nur eilen, in die Kleider zu kommen und uns draußen unter Gottes freiem Himmel umsehen.«
»Wer zuerst fertig wird, Tante Ida!«
»Jawohl!«
Husch, war sie weg. – Nach einer Weile klopfte sie leise: »Eine Klingel ist nicht bei mir, Tante Ida; wie kann ich zu Lisbeth gelangen, daß sie mir das Haar kämmt?«
»Eine Klingel? – Nein, Mäuschen, da sind wir hier nun noch ganz altmodisch. Nur die Eltern haben Klingeln; wir anderen helfen uns im großen und ganzen selber. Kannst du dir die Zöpfe denn noch nicht flechten? Dann helfe ich dir gern.«
Hanni holte kleinlaut Kamm und Bürste herbei. Mutti hatte schon manches Mal gemeint, so ein großes Mädchen könne sich selber frisieren – aber es war zu schrecklich unbequem.
»Ja, die Zöpfe sind mächtig dick, eine Arbeit ist es schon,« begütigte Tante Ida, »aber wir lernen ja noch Schwereres, nicht, du?« – –
»Nun, hast du dich mit deinen Sachen schon ein bißchen eingerichtet?« fragte sie dann, indem sie bei Hanni eintrat. Aber sie brauchte keine Antwort – alles lag wie Kraut und Rüben durcheinander; einige Stücke waren unten aus dem Koffer vorgezogen, anderes vorläufig auf Tische und Stühle gepackt!
»Lisbeth muß nachher erst kommen und aufräumen.«