Und die Harzer Bergleute verstanden es, zum Tanz zu spielen. Es ging ganz von selbst, man fühlte kaum den Boden unter den Füßen. Ringsum verschwanden die Wände und die Menschen in einem flimmernden Lichtermeer, in dem man selber dahinschwebte auf den süßen Wellen der Musik. – Auf einmal waren die Töne verstummt, und alles war vorüber.
»Das ging schön,« sagte Hanni tief aufatmend und sich leicht auf den Arm ihres neuen Freundes stützend; denn sie fühlte etwas wie Schwindel von der raschen Bewegung in der plötzlichen Helle.
Auch er sah ganz anders aus als vorher bei Tische. »Ich habe zum erstenmal im Leben getanzt!« rief er aus.
»Wirklich?« fragte sie verwundert.
»Ja, allein kann man es doch nicht; es müssen doch zwei sein, die zueinander passen!«
Sie verstand ihn nicht recht, und jetzt machten auch die Kadetten, Klärchens Vetter Karl und die übrigen ihre Rechte geltend, so daß sie lange nicht zum Ausruhen kam. Tante Ida aber sagte leise zu ihrer Schwägerin: »Die Rantzau meinte, es sei so schwer mit Hermann Schack umzugehen; er sei so fürchterlich wortkarg. Da sieh doch, wie vergnügt er lacht und schwatzt! Das kann doch nicht so schlimm sein.«
Erst spät in der Nacht fuhren die Wagen vor, und auch dann dauerte es noch geraume Zeit, bis man sich zum Aufbruch entschließen konnte. Hanni und Käte wurden umringt von ihren alten und neuen Freunden und bestürmt, bald wiederzukommen. Nur Hermann stand allein in einer Fensternische und trommelte an den Scheiben, während seine Augen leer ins Dunkle starrten.
Als sie sich aus dem lauten Knäuel frei gemacht, ging Hanni an ihm vorüber und sagte: »Sie haben mir doch versprochen, fröhlich auszusehen?«
»Nein, ganz gewiß nicht!«
»Doch, wenigstens inwendig nahmen Sie sich’s vor, und Sie machten dazu ein freundliches Gesicht.«