Und die Frau Rektorin kam aus der Küche und trocknete sich die Hände an der Schürze ab, und trocknete sich nach einer kleinen Weile auch die Augen an derselben Schürze.

„So behüt dich Gott, lieb’s Kind,“ sagte sie, und gab ihr auch einen Kuß. „Sag’ deiner Mutter einen Gruß. Und sie soll dich nicht so — ach nein, du brauchst ihr nichts zu sagen. Es geschieht doch, was geschehen soll. Behüt dich Gott.“

Und Lore schluchzte auf einmal heiß und heftig und wußte nicht recht, warum. Und stellte sich auf die Zehen und legte ihre weißen Arme um Gertruds Hals.

Aber das ging schnell vorüber.

Draußen, an der Hausstaffel, stand Georg und bot ihr die Hand, etwas tapsig und ungeschickt, und tat, als ob es nur ein Abschied bis morgen wäre. „Gut Nacht, Lore,“ sagte er.

Da lachte sie hell auf. „Sonst weißt du nichts?“ sagte sie.

„O du. Weißt du was? Du sollst in Tübingen bei uns wohnen, wenn du ein Student wirst. Weißt du was? Dann, wenn du kommst, sag’ ich ‚guten Morgen‘ zu dir. Sonst nichts. Wie wenn das nur einen Tag gedauert hätte, seit du zu mir ‚gut Nacht‘ gesagt hast.“

„Komm,“ sagte Franz.

Er stand noch da und wartete.

„Wir gehen hinten herum, zwischen den Krautgärten; es ist näher, und überhaupt.“